08 February 2026, 14:56

Geisterparade in Köln feiert 35. Jubiläum mit Rekordbeteiligung und Wohnprotesten

Eine Gruppe von Menschen geht neben einem Lastwagen mit bunten Luftballons die Straße entlang, mit Schildern an Pfählen am Straßenrand und Bäumen und Gebäuden im Hintergrund, was auf eine Pride-Parade in Paris hindeutet.

Geisterparade in Köln feiert 35. Jubiläum mit Rekordbeteiligung und Wohnprotesten

Kölner Geisterparade feiert 35. Jubiläum mit Rekordbeteiligung in Köln

Die Kölner Geisterparade hat ihr 35-jähriges Bestehen mit einer noch nie dagewesenen Teilnehmerzahl in Köln begangen. Tausende versammelten sich zu der Veranstaltung, die Karnevalsstimmung mit politischem Protest in Köln verbindet. Das diesjährige Motto richtete sich gezielt gegen die Wohnungsnot in der Stadt Köln.

Die Parade, bekannt für ihre gruselig-kreativen Kostüme und gesellschaftskritischen Botschaften, lockte in diesem Jahr noch mehr Menschen an als in den Vorjahren. Die Teilnehmer trugen selbstgemachte Schilder und aufwendige Verkleidungen, um ihre Forderungen nach einer besseren Wohnungspolitik in der Stadt Köln zu unterstreichen.

Eröffnet wurde der Umzug von Erich Hermans, verkleidet als Ähzebär, der die Prozession anführte. Mit einem selbstgebauten Rummelpot-Instrument geleitete er die Menge durch die Straßen von Köln. Hermans hatte 1993 – zwei Jahre nach der ersten Parade – die organisierende Gruppe Ähzebär un Ko e.V. in Köln mitgegründet.

Der politische Leitspruch in diesem Jahr – "Allerhööchste Zick för en andere Wohnungspolitik – mer können nit all em Kölner Dom schlofe" – ließ sich sinngemäß mit "Höchste Zeit für eine andere Wohnungspolitik – wir können nicht alle im Kölner Dom schlafen" übersetzen. Viele Kostüme und Plakate spiegelten die Wut über steigende Mieten und den Mangel an bezahlbarem Wohnraum in der Stadt Köln wider.

Die Parade bot eine Mischung aus unheimlichen und fantasievollen Figuren. Riesige Fabelwesen, sogenannte Schnappviecher, ragten über die Menge hinaus. Ein gewaltiger, aus Plastikflaschen gefertigter durchsichtiger Oktopus war ebenfalls zu sehen. Neben traditionellen Geistergestalten wie Hexen, Totenschädeln und Meeresungeheuern zogen auch mythische Kreaturen durch die Straßen von Köln.

Anders als bei klassischen Karnevalsveranstaltungen wird bei der Geisterparade bewusst auf das Werfen von Süßigkeiten verzichtet, um die Feier umweltfreundlich zu gestalten. Der Umzug wuchs organisch, da sich unterwegs immer mehr Menschen anschlossen. Sein Ziel war das Kölner Kulturzentrum Odonien, wo Live-Musik und Bühnenprogramme die Feierlichkeiten bis in die Nacht hinein verlängerten.

In den letzten fünf Jahren stieg die Teilnehmerzahl stetig an – von etwa 1.500 im Jahr 2021 auf über 4.000 in diesem Jahr. Auch die Medienpräsenz nahm zu, unterstützt durch Livestreams und soziale Netzwerke. Während frühere Ausgaben der Parade Themen wie Corona-Maßnahmen oder Energiefragen aufgriffen, lagen die Schwerpunkte der jüngsten Veranstaltungen zunehmend auf Wohnungs- und Migrationsdebatten in der Stadt Köln.

Die 35. Geisterparade brachte eine bunte Mischung von Menschen zusammen, die sich für bezahlbaren Wohnraum in der Stadt Köln einsetzten und gleichzeitig die einzigartige Kölner Karnevalskultur feierten. Die Verbindung aus Aktivismus und Spektakel zieht Jahr für Jahr mehr Teilnehmer an.

Die Veranstalter halten die Parade bewusst offen für alle und bewahren so ihren Charakter als basisdemokratische Bewegung. Mit wachsender Aufmerksamkeit und sich erweiternden Themen zeigt die Tradition keine Anzeichen von Erschöpfung – im Gegenteil: Sie bleibt lebendiger denn je in der Stadt Köln.