Gerhard Polts emotionaler Abschied von den Münchner Kammerspielen nach 50 Jahren
Hildegund Lachmann"End einer Ära" - Letzte Vorstellung von Polt-Play - Gerhard Polts emotionaler Abschied von den Münchner Kammerspielen nach 50 Jahren
Gerhard Polt, der 83-jährige Satiriker und Schauspieler, hat am Münchner Kammerspiele wohl seine letzte große Produktion auf die Bühne gebracht. Die letzte Vorstellung von „A scheene Leich“ („Ein schöner Leichnam“) markierte das Ende einer 50-jährigen Partnerschaft mit dem Haus. Fans füllten das Theater für einen emotionalen Abschied, begleitet von stehenden Ovationen und donnerndem Applaus.
Polts Verbindung zu den Kammerspielen begann 1975 während einer Kabarettwoche im Werkraum. Sein Durchbruch gelang ihm drei Jahre später mit „Kehraus“ („Schluss mit lustig“), einer Produktion, die seinen Ruf festigte. Über die Jahrzehnte hinweg wurde sein scharfer Witz und seine politische Satire zu einem Markenzeichen des Theaterprogramms.
Die letzte Aufführung von „A scheene Leich“ folgte auf 52 ausverkaufte Vorstellungen. Auf der Bühne tauschte Polt Umarmungen mit seinen langjährigen Weggefährten, den Well-Brüdern, während das Publikum einen herzlichen Abschied nahm. Nach dem Fall des Vorhangs veröffentlichte das Kammerspiele auf Instagram Bilder mit dem Kommentar „Das Ende einer Ära“. Barbara Mundel, die künstlerische Leiterin des Theaters, würdigte Polts enormen Einfluss und erklärte, die Kammerspiele „wären nicht das, was sie heute sind, ohne ihn“ – betonte jedoch, dass dies kein endgültiger Abschied sei. Mundel deutete an, dass es künftig weitere Kooperationen mit Polt und seiner Band, der Biermösl Blosn, geben werde. Polt selbst zeigte sich tief dankbar für das Theater und dessen Rolle in seiner Karriere. Obwohl er sich von großen Produktionen zurückzieht, wird er weiterhin auf der Bühne stehen. Ende Januar 2024 wird er gemeinsam mit Josef Hader in Münchens „Lach- und Schießgesellschaft“ auftreten.
Die letzte Vorstellung schloss ein bedeutendes Kapitel für Polt und die Kammerspiele. Zwar enden seine großen Produktionen, doch sein Erbe in der deutschen Satire bleibt bestehen. Kleinere Projekte werden seine Stimme auch künftig auf der Bühne lebendig halten.