Gewerkschaft fordert Bremer Ausbildungsfonds für Niedersachsen – Streit um Finanzierung
George BenthinDGB will das Bremer Ausbildungsfonds auch in Niedersachsen einführen - Gewerkschaft fordert Bremer Ausbildungsfonds für Niedersachsen – Streit um Finanzierung
Ein Gewerkschaftsführer in Norddeutschland setzt sich für einen neuen Ausbildungsfonds in Niedersachsen ein. Ernesto Harder, der kürzlich gewählte Landesvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), will, dass das Bundesland ein System nach Bremer Vorbild übernimmt. Dabei würden größere Unternehmen in einen Fonds einzahlen, um Ausbildungsplätze und berufliche Weiterbildung zu fördern.
Harder trat sein neues Amt im Dezember 2024 an und ist seitdem für Niedersachsen, Bremen und Sachsen-Anhalt zuständig. Zuvor leitete er seit 2021 die DGB-Landesgeschäftsstelle in Bremen. Seine lange Verbindung zur Gewerkschaft reicht Jahrzehnte zurück – von 1965 bis 1985 hatte er bereits eine Führungsposition in der Organisation inne.
Der Bremer Ausbildungsfonds funktioniert so, dass Unternehmen Beiträge leisten, wobei ihnen bis zu 2.250 Euro pro Auszubildendem und Jahr erstattet werden. Das Programm umfasst zudem Weiterbildungen für Ausbilder und Sprachkurse. Ziel ist es, den Druck auf dem stark umkämpften Ausbildungsmarkt zu verringern. Wirtschaftsverbände in Bremen hatten die Abgabe zwar gerichtlich angefochten, unterlagen jedoch in allen Verfahren. Dennoch bleibt der Widerstand groß. Arbeitgeber in Niedersachsen argumentieren, ein solcher Fonds würde zusätzliche finanzielle und bürokratische Belastungen mit sich bringen. Die Gewerkschaften hingegen unterstützen das Modell weiter und bezeichnen es als notwendigen Schritt, um Ausbildungsmöglichkeiten langfristig zu sichern.
Würde der Fonds in Niedersachsen eingeführt, würde er dem Bremer Vorbild folgen: Unternehmen zahlen ein und erhalten Rückerstattungen für angebotene Ausbildungsplätze. Die Debatte zeigt die anhaltenden Spannungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern bei der Finanzierung der beruflichen Bildung. Das Ergebnis könnte maßgeblich beeinflussen, wie Ausbildungsplätze in der gesamten Region gefördert werden.