Gewerkschaften schlagen Alarm: Rechtsextreme drohen Betriebsräte zu unterwandern
Birgitt OttoVerdi-Chef gegen rechts-wingige Trends in Unternehmen - Gewerkschaften schlagen Alarm: Rechtsextreme drohen Betriebsräte zu unterwandern
Betriebsratswahlen 2025: Gewerkschaften warnen vor rechtsextremer Unterwanderung
Die anstehenden Betriebsratswahlen in Deutschland finden vom 1. März bis zum 31. Mai 2025 statt. Dabei sollen rund 180.000 Vertreterinnen und Vertreter gewählt werden. Die Abstimmung steht im Zeichen des wachsenden Widerstands der Gewerkschaften – allen voran Verdi – gegen rechtsextreme Einflüsse in den Betrieben. Gewerkschaftsführer warnen, dass die Wahl zu einem entscheidenden Gradmesser für die Infiltrierung extremistischer Kräfte in die Arbeitswelt werden könnte.
Laut Verdi-Chef Frank Werneke hat rechtsextremes Gedankengut in Betriebsräten und Gewerkschaften bisher nur begrenzt Fuß fassen können. Zwar sind AfD-nahe Funktionäre in den Gewerkschaften nach wie vor eine Seltenheit, doch ein Teil der Mitglieder wählt die Partei weiterhin. Nun werben AfD-Anhänger aktiv um Sitze bei den Wahlen 2025.
Werneke forderte die demokratischen Parteien – insbesondere SPD, Grüne und FDP – auf, in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern eine klare Brandmauer gegen die AfD aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig kritisierte er CDU-Chef Friedrich Merz scharf für die Kürzungen im öffentlichen Sektor. Diese Maßnahmen belasten die Kommunen und schwächen demokratische Strukturen, so Werneke. In vielen Betrieben, vor allem in der Industrie, fehlen Betriebsräte gänzlich. Diese Lücke erschwert es den Gewerkschaften, Arbeitsbedingungen mitzugestalten. In einigen Regionen haben rechtsextreme Listen bereits erste Erfolge erzielt – ein alarmierendes Signal vor der anstehenden Wahl. Verdi unternimmt daher Schritte, um Kandidaten mit rechtsextremen Verbindungen von den eigenen Listen auszuschließen. Die Gewerkschaft betont, dass die Betriebe organisierten AfD-Einfluss bisher weitgehend abwehren konnten – anders als andere Bereiche der deutschen Gesellschaft.
Die Betriebsratswahlen 2025 werden zeigen, ob rechtsextreme Gruppen in der Arbeitnehmervertretung an Einfluss gewinnen. Mit 180.000 zu vergebenden Posten beobachten die Gewerkschaften die Wahl mit großer Aufmerksamkeit. Das Ergebnis könnte die betriebliche Mitbestimmung und die Strategien der Gewerkschaften auf Jahre hinaus prägen.