Glasfaserbranche setzt auf offene Netze für mehr Wettbewerb und Kundenfreiheit
George BenthinGlasfaserbranche setzt auf offene Netze für mehr Wettbewerb und Kundenfreiheit
Offene Netze rücken in den Fokus der deutschen Glasfaserbranche
Auf der diesjährigen Fiberdays 26 in Frankfurt am Main stand das Thema Open Access im Mittelpunkt der Diskussionen. Fast 300 Netzbetreiber treiben derzeit den Ausbau der Glasfaserinfrastruktur in Deutschland voran – viele von ihnen setzen dabei auf mehr Wettbewerb und Auswahlmöglichkeiten für Verbraucher.
Der Wandel hin zu offenen Netzen war eines der zentralen Themen der Messe. Die Stadtwerke Neustadt am Rübenberge kündigten an, ihr Glasfasernetz bis 2030/2031 für Drittanbieter zu öffnen. Damit folgt das Unternehmen einem branchenweiten Trend, bei dem Betreiber die Nutzung ihrer Netze optimieren wollen.
Steven Blount von EWE Tel räumte ein, dass Open Access höhere Anfangsinvestitionen erfordert. Gleichzeitig betonte er, dass dies notwendig sei, um das volle Potenzial der Glasfasernetze auszuschöpfen. Frank Rosenberger von 1&1 Versatel verwies unterdessen auf die starke Nachfrage der Kunden: 83 Prozent der Kunden wünschten sich die Freiheit, ihren Anbieter frei wählen zu können.
Die Branche hat zudem S/PRI eingeführt, eine standardisierte Schnittstelle, die die Kompatibilität zwischen verschiedenen Netzen erleichtern soll. Deutsche GigaNetz hat bereits Open-Access-Vereinbarungen mit Bahnhof und Westconnect geschlossen. Auch Plusnet wird in Kürze seine Dienste über die Netze von OXG anbieten.
Regulatorische Aufsicht bleibt jedoch ein kritischer Punkt. Daniela Brönstrup, Vizepräsidentin der Bundesnetzagentur (BNetzA), forderte strengere Kontrollen für Fälle, in denen Open Access keinen fairen Wettbewerb gewährleistet.
Der Vorstoß für offene Netze ist Teil einer branchenweiten Initiative, um die Glasfaserabdeckung auszubauen und die Verbraucherwahl zu verbessern. Mit fast 300 aktiven Betreibern in Deutschland sind standardisierte Schnittstellen und regulatorische Rahmenbedingungen entscheidend, um eine reibungslose Zusammenarbeit zu gewährleisten. Die Veränderungen zielen darauf ab, in den kommenden Jahren einen wettbewerbsfähigeren und effizienteren Glasfasermarkt zu schaffen.






