Gorleben bleibt bis 2054 Atom-Zwischenlager – trotz dünner Wände und Sicherheitsbedenken
George BenthinGorleben bleibt bis 2054 Atom-Zwischenlager – trotz dünner Wände und Sicherheitsbedenken
Deutschlands Zwischenlager für hochradioaktive Abfälle in Gorleben bleibt nun bis 2054 in Betrieb – das sind 20 Jahre länger als ursprünglich vorgesehen. Die Entscheidung fällt, während die Suche nach einem Endlager für atomaren Müll über die gesetzliche Frist von 2031 hinaus andauert.
Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat einen Antrag auf Verlängerung der Betriebsgenehmigung gestellt. Die aktuelle Erlaubnis läuft zwar erst 2034 aus, doch der Betrieb soll nun zwei weitere Jahrzehnte fortgesetzt werden. Als Begründung führt die BGE Sicherheitsaspekte an und verweist auf die alle zehn Jahre vorgeschriebenen Sicherheitsüberprüfungen.
Im Lager befinden sich derzeit 113 CASTOR-Behälter mit abgebrannten Brennelementen und Wiederaufarbeitungsabfällen. Allerdings weist die oberirdische Halle dünnere Wände und Decken auf als modernere Anlagen: Die Mauern sind nur 50 Zentimeter dick, die Dachplatte misst lediglich 20 Zentimeter.
Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) wird das Genehmigungsverfahren begleiten. Umweltverbände, darunter die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüneburg-Dannenberg (BI), äußern jedoch Bedenken. Sie stellen die langfristige Stabilität der Anlage infrage und warnen vor möglichen Risiken durch die jahrzehntelange Lagerung der Behälter.
Mit der Verlängerung bleibt Gorleben mindestens bis 2054 in Betrieb. Das Zwischenlager wird weiterhin hochradioaktiven Müll aufnehmen, während die Suche nach einer dauerhaften Lösung weitergeht. Die Aufsichtsbehörden werden während der verlängerten Betriebszeit die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften überwachen.
