Historischer Bahnhof Alexisbad im Harz wird nach Jahren des Verfalls neu belebt
Birgitt OttoBahnhof Alexisbad wird renoviert: Gastronomie geplant - Historischer Bahnhof Alexisbad im Harz wird nach Jahren des Verfalls neu belebt
Bahnhof Alexisbad im Harz erhält nach Jahren des Niedergangs neues Leben
Das historische Empfangsgebäude in Alexisbad, das seit der Schließung des Fahrkartenschalters vor über einem Jahrzehnt leer stand, bekommt eine zweite Chance. Ein privater Investor hat das Gebäude erworben und plant eine umfassende Sanierung, die den Standort aufwertet und den Tourismus im Selketal stärken soll.
Im November vergangenen Jahres kaufte der Unternehmer Markus Hercher aus Bad Frankenhausen in Thüringen das Bahnhofsgebäude. Hercher, bekannt für seine Investitionen in die Agrarwirtschaft und Autohäuser, bewirtschaftet seit 2005 tausende Hektar Land, darunter auch Flächen in Harzgerode. Sein jüngster Erwerb, das historische Logierhaus von 1811, ein ehemaliges Kurbad, folgte auf einen Infrastrukturförderbescheid über sieben Millionen Euro, den die Stadt Harzgerode im vergangenen Jahr erhielt.
Herchers Pläne sehen eine vollständige Modernisierung des Bahnhofs vor, wobei Teile des Gebäudes für die Gastronomie umgenutzt werden sollen. Das Projekt ist Teil einer größeren Initiative zur Belebung des Selketals, das unter jahrelanger Vernachlässigung und rückläufigem Tourismus leidet. Auch die lokale Tourismusgruppe Skan-Tours ist an der Restaurierung des ehemaligen Kurbads beteiligt und hofft, den Abwärtstrend der Region umkehren zu können. Die Sanierung stößt auf Unterstützung aus der Region: Katrin Müller, Geschäftsführerin der Harzquerbahn (HSB), bezeichnete das Vorhaben als „wichtigen Schritt für den Bahnhof und die touristische Zukunft der Region“. Allerdings sind Herchers Geschäfte nicht unumstritten – 2019 kürte ihn der Bauernverband zum „Heuschrecken-Unternehmer des Jahres“, eine Auszeichnung, die Kritik an seinen Geschäftspraktiken widerspiegelt.
Die Umgestaltung des Bahnhofs ist Teil eines umfassenderen Plans zur Verbesserung der Infrastruktur und zur Steigerung der Attraktivität des Selketals. Mit gesicherten Fördermitteln und privaten Investitionen soll das Projekt nicht nur ein Wahrzeichen wiederherstellen, sondern auch die lokale Wirtschaft stärken. Der Erfolg wird davon abhängen, Modernisierung und den Erhalt des historischen Charakters von Alexisbad in Einklang zu bringen.