HIV-Krise in Mecklenburg-Vorpommern: Fehlende Tests gefährden Leben nach Klinikschließung in Rostock
Birgitt OttoMinister: Einer von Fünf mit HIV ist sich nicht bewusst - HIV-Krise in Mecklenburg-Vorpommern: Fehlende Tests gefährden Leben nach Klinikschließung in Rostock
Mecklenburg-Vorpommern steht vor wachsenden Herausforderungen in der HIV-Prävention und -Versorgung. Gesundheitsministerin Stefanie Drese hat zu dringendem Handeln aufgerufen, um nicht diagnostizierte Fälle zu reduzieren. Sie warnt, dass Verzögerungen bei Tests zu AIDS und weiteren Übertragungen führen können. Die Schließung einer wichtigen Klinik in Rostock hat den Zugang zu essenziellen Dienstleistungen in der größten Stadt des Bundeslandes zusätzlich erschwert.
Im Jahr 2024 wurden in Mecklenburg-Vorpommern 60 neue HIV-Infektionen und fünf Todesfälle in Zusammenhang mit AIDS registriert. Doch von den geschätzten 1.000 Menschen, die mit HIV leben, sind etwa 200 noch undiagnostiziert. Ministerin Drese betont, dass eine frühe Erkennung und Behandlung es Patient:innen ermöglicht, eine normale Lebenserwartung zu erreichen.
Die Lage hat sich seit Januar 2026 weiter zugespitzt, als das Landesamt für Gesundheit und Soziales in Rostock seine HIV- und Geschlechtskrankheiten-Ambulanz schloss. Die Gesundheitsbehörde der Stadt, die ohnehin unter Personalmangel leidet, verzeichnet seitdem teilweise Einschränkungen bei ihren HIV-Dienstleistungen. Zwar begann am 5. Januar eine digitale Schulung zum Infektionsschutz, doch vor Ort bleibt die Unterstützung begrenzt. Das Zentrum für Sexuelle Gesundheit in Rostock, getragen von einer lokalen AIDS-Hilfe-Organisation, sieht sich nun mit einer steigenden Nachfrage konfrontiert. Die Einrichtung bietet Sexualaufklärung, Patientenbetreuung und Tests an – Aufgaben, die zuvor gemeinsam mit dem Gesundheitsamt wahrgenommen wurden. Ministerin Drese unterstreicht die Dringlichkeit, die Personaldecke in der Stadt wieder aufzustocken, damit kritische Tests und Beratungen ohne Verzögerung wieder aufgenommen werden können.
Angesichts der geringeren Testmöglichkeiten warnen Gesundheitsexpert:innen vor einem weiteren Anstieg undiagnostizierter Fälle. Die Schließung der Rostocker HIV-Ambulanz hat den Druck auf das verbleibende Unterstützungsnetzwerk erhöht. Mit ihrem Vorstoß für eine bessere Personalausstattung will Ministerin Drese lebenswichtige Dienstleistungen wiederherstellen und die Ausbreitung von Infektionen bremsen.