29 March 2026, 18:26

Hufeisensiedlung wird 100: Ein Festival feiert Berlins modernistisches Erbe lebendig

Schwarzes und weißes Foto eines großen Raums mit Tischen, Stühlen, Säulen, Bögen und Deckenleuchter, beschriftet mit "Festival der Gesellschaft der Freunde, Berlin" unten.

Hufeisensiedlung wird 100: Ein Festival feiert Berlins modernistisches Erbe lebendig

Berlins ikonische Hufeisensiedlung feiert 2025 ihr 100-jähriges Jubiläum mit einem besonderen Festival. Das Event würdigt den anhaltenden Einfluss der Neuen Bauens, angeführt von den Architekten Bruno Taut und Martin Wagner. Mit Konzerten, Ausstellungen und kreativen Workshops soll der Festivalbesucher den mutigen Geist des Modernismus der 1920er Jahre wiederbeleben.

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Die Siedlung, seit 2008 UNESCO-Weltkulturerbe, gilt bis heute als Symbol innovativen Wohnungsbaus. Ihre Prinzipien von Licht, Luft und gemeinschaftlichem Leben prägten internationale Entwicklungen – von Stuttgarts Weißenhofsiedlung bis zu Brasílias Superquadras.

Das Jubiläumsfestival ist Teil der 650-Jahr-Feierlichkeiten des Bezirks Britz. Die Veranstalter haben ein vielseitiges Kulturprogramm zusammengestellt, das die progressiven Wurzeln der Siedlung widerspiegelt. Neben Konzerten, Lesungen und Filmvorführungen findet ein von Schülern der Fritz-Karsen-Schule organisierter Workshop statt.

Ein Höhepunkt des Programms sind die Wandelkonzerte, bei denen Besucher die Siedlung mit Architekturexperten erkunden, während das Berliner Stegreif-Orchester live spielt. Den Abschluss bildet ein gemeinschaftliches Picknick, das die ursprüngliche Vision geteilter Gemeinschaftsräume unterstreicht.

Unterstützt wird das Festival von zentralen Partnern, darunter der Wohnungsanbieter Vonovia, das Landesdenkmalamt Berlin und der Verein der Freunde und Förderer der Hufeisensiedlung. Christoph Rauhut, Leiter des Denkmalamts, betont, dass modernistische Siedlungen wie diese auch heute noch frisch und dynamisch wirken.

Der kreative Ansatz des Festivals spiegelt den experimentellen Geist Tauts und Wagners wider. Ihre Entwürfe, geprägt vom Funktionalismus der 1920er Jahre, beeinflussten später den Nachkriegs-Brutalismus und den kontextuellen Modernismus weltweit – etwa Mexikos Unidad Habitacional Nonoalco-Tlatelolco oder Stuttgarts Weißenhofsiedlung, beide heute UNESCO-geschützt.

Das Hufeisen-Festival zeigt, wie die Bewegung des Neuen Bauens bis heute inspiriert. Durch die Verbindung von Musik, Architektur und Bürgerbeteiligung verbindet die Veranstaltung Vergangenheit und Gegenwart. Das Erbe der Siedlung, nun ein Jahrhundert alt, lebt in Wohnprojekten Europas und Lateinamerikas weiter.

Quelle