IG-Metall-Chefin Fahimi warnt vor wirtschaftlicher Abwärtsspirale in Deutschland
Hans-Werner HövelIG-Metall-Chefin Fahimi warnt vor wirtschaftlicher Abwärtsspirale in Deutschland
Yasmin Fahimi, die Vorsitzende der deutschen IG Metall, hat nach sechs Jahren wirtschaftlicher Stagnation vor einer „sehr ernsten“ Lage gewarnt. Auf einer Pressekonferenz betonte sie, dass traditionelle Industriepolitik in einer Welt, in der Deutschland mit harter Konkurrenz aus China und den USA konfrontiert ist, nicht mehr ausreiche.
Fahimi beschrieb die aktuelle Wirtschaftslage als tiefgreifend problematisch: Stagnierendes Wachstum und steigende Lebenshaltungskosten belasteten die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stark. Sie positionierte sich als entschiedene Fürsprecherin der Beschäftigten, die unter dem finanziellen Druck leiden.
Einer Forderung, die Gewerkschaft solle sich an „Koalitionsgesprächen 2.0“ beteiligen, erteilte sie eine Absage und machte deutlich, dass die Gesetzgebung in der Verantwortung der Regierung liege. Gleichzeitig ließ sie die Tür für eine Zusammenarbeit mit den Bundesbehörden offen – vorausgesetzt, der Fokus liegt auf kluge Investitionen in die deutsche Industrie.
Kritik übte Fahimi an unklaren Ausgabenkürzungen und pauschalen Subventionsstreichungen. Stattdessen forderte sie eine gezielte Industriestrategie. Sie unterstützte Vorhaben wie die Produktion von grünem Stahl, die Elektromobilität und wettbewerbsfähige Industrie-Strompreise, um Arbeitsplätze und die heimische Fertigung zu sichern. Vorschläge zur Reform der Arbeitszeiten wies sie jedoch zurück und plädierte stattdessen für bessere Ausbildungsprogramme und verbesserte Chancen für Frauen auf dem Arbeitsmarkt.
Ihre zentrale Botschaft war eindeutig: Ohne faire Wettbewerbsbedingungen droht Deutschland den Anschluss zu verlieren, sofern es keine präzisen Investitionsprioritäten setzt, um Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit voranzutreiben.
Fahimis Äußerungen markieren einen Strategiewechsel – weg von breiten wirtschaftspolitischen Ansätzen, hin zu gezielter Industrieförderung. Die Haltung der Gewerkschaft signalisiert zwar Gesprächsbereitschaft mit der Regierung, aber nur, wenn Maßnahmen direkt auf die Bekämpfung der Stagnation, die Arbeitsplatzsicherheit und den globalen Wettbewerb abzielen.







