Industrie in Deutschland bricht ein: Auftragsflaute im April verschärft Rezessionsängste
Hans-Werner HövelIndustrie in Deutschland bricht ein: Auftragsflaute im April verschärft Rezessionsängste
Deutschlands Industrie erleidet erneuten Rückschlag – Auftragseinbruch im April
Die deutsche Industrie hat im April einen deutlichen Dämpfer erhalten: Die Auftragseingänge brachen stärker als erwartet ein und nähren Sorgen um die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Experten warnen nun vor einer möglichen Rezession in den kommenden Monaten.
Wie aktuelle Daten zeigen, gingen die Industrieaufträge im April im Vergleich zum Vormonat um 3,8 Prozent zurück – deutlich mehr als die von Ökonomen prognostizierten zwei Prozent. Hauptgrund für den Einbruch ist die nachlassende Nachfrage aus dem Euroraum, die den ohnehin schon angeschlagenen Sektor zusätzlich unter Druck setzt.
Besonders betroffen ist die Automobilbranche, wo die Neugeschäfte um 5,3 Prozent einbrachen. Noch stärker traf es die Maschinenbauer: Hier gingen die Aufträge um 7,4 Prozent zurück. Am härtesten jedoch wurde die Elektroindustrie getroffen, die einen Rückgang bei neuen Verträgen um 16,3 Prozent verzeichnete.
Äußere Faktoren verschärfen die Lage zusätzlich. Der Konflikt im Iran hat die Energiepreise in die Höhe getrieben und Lieferketten gestört, was die industrielle Produktion weiter belastet. Udo Dinglreiter, Präsident des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, sprach von einer „katastrophalen“ Stimmung in den Unternehmen.
Seit 2019 stagniert die deutsche Wirtschaft. In diesem Zeitraum gingen rund 300.000 Industriearbeitsplätze verloren. Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, rechnet nun damit, dass die Wirtschaft im zweiten Quartal schrumpfen wird.
Die jüngsten Zahlen bestätigen eine zunehmende Abwärtsspirale in der deutschen Industrie. Steigende Energiekosten, Lieferengpässe und schwache Nachfrage belasten die Hersteller weiterhin. Ohne eine Erholung der Aufträge drohen weitere Arbeitsplatzverluste und eine Vertiefung der Rezession.







