Innenminister verzichten auf schärfere Regeln gegen Stadiongewalt – trotz Pyro-Chaos
Birgitt OttoInnenminister verzichten auf schärfere Regeln gegen Stadiongewalt – trotz Pyro-Chaos
Innenministerkonferenz verzichtet auf neue Maßnahmen gegen Gewalt in Fußballstadien
Die Innenministerkonferenz (IMK) hat sich gegen die Einführung neuer Maßnahmen zur Bekämpfung gewalttätiger Ausschreitungen in Fußballstadien entschieden. Dies geschieht trotz jüngster Vorfälle, darunter das DFB-Pokalfinale im Mai, das wegen des massenhaften Einsatzes von Pyrotechnik scharf kritisiert wurde. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul äußert sich seit Langem besorgt über die anhaltenden Sicherheitsprobleme im Fußball.
Beim DFB-Pokalfinale waren Leuchtkörper gezündet worden, doch der Schiedsrichter brach die Partie nicht ab. Reul, der seit neun Jahren für die Bekämpfung fußballbezogener Gewalt zuständig ist, verurteilte diese Untätigkeit. Er betont, dass es bei der Lösung solcher Probleme kaum Fortschritte gebe.
Die IMK-Arbeitsgruppe „Fußball ohne Gewalt“ wird keine verschärfte Durchsetzung des Pyrotechnik-Verbots vorschlagen. Stattdessen ist ein „konstruktiver Austausch über die Ahndung von Verstößen“ geplant. Ein vertraulicher Bericht stuft Pyrotechnik als eine der größten Sicherheitsgefahren in Stadien ein.
Bisherige Geldstrafen haben sich als wirkungslos erwiesen, und Tests mit Detektoren brachten nicht die erhofften Ergebnisse. Vereine argumentieren, dass flächendeckende Kontrollen undurchführbar seien. Reul fordert die Clubs jedoch auf, ihre Anstrengungen zu verstärken – durch strengere Einlasskontrollen, Durchsuchungen in Ultra-Bereichen und einen Ausbau der Videoüberwachung, um das Werfen von Gegenständen über Absperrungen zu verhindern.
Die Debatte über Pyrotechnik wird nun auf die Herbstkonferenz vertagt. Vorerst werden keine neuen Maßnahmen umgesetzt. Die IMK setzt auf Gespräche statt auf sofortiges Handeln – trotz der prominenten Vorfälle im Mai und der anhaltenden Bedenken zur Stadionsicherheit.






