Jacques Tilly kämpft gegen Pferde in Karnevalsumzügen – und löst eine Debatte aus
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Die Debatte über den Einsatz von Pferden in Karnevalsumzügen hat an Schärfe gewonnen, nachdem der renommierte Wagenbauer Jacques Tilly sich öffentlich gegen diese Praxis ausgesprochen hat. Bekannt für seine scharfzüngigen, satirischen Kreationen beim Düsseldorfer Rosenmontagszug, ist Tilly seit Langem eine provokante Stimme in der deutschen Karnevalsszene. Seine Wagen karikieren oft Politiker und gesellschaftliche Missstände – doch seine jüngste Kampagne richtet sich gegen die Tradition, Pferde in Umzügen mitzuführen. Er fordert Kommunalpolitiker und Karnevalsveranstalter auf, die Tiere zu verbieten, und verweist dabei auf Tierschutzbedenken sowie Risiken für die öffentliche Sicherheit.
PETA unterstützt Tillys Position und argumentiert, dass Pferde in den Umzügen extremem Stress durch laute Menschenmengen, Feuerwerk und chaotische Umgebungen ausgesetzt seien. Die Organisation ruft Stadtverantwortliche dazu auf, dem Beispiel Bonns zu folgen, wo Pferde bereits aus den Umzugszügen verbannt wurden. Während die Stadt Gronau strenge Auflagen erlassen hat – etwa die Pflicht zu einer schriftlichen Genehmigung für Umzugspferde –, gibt es bundesweit bisher kein generelles Verbot.
Tillys Engagement für das Thema fällt in eine Zeit, in der er selbst in Russland mit juristischen Problemen konfrontiert ist. Dort werfen ihm Behörden vor, staatliche Institutionen – darunter das Militär und Präsident Putin – verunglimpft zu haben. Der Fall hat ihn jedoch nicht davon abgehalten, in Deutschland weiter für Reformen zu kämpfen.
Bisher haben nur wenige Städte wie Bonn konkrete Schritte unternommen, um Pferde in Umzügen einzuschränken. Die meisten Regionen erlauben sie weiterhin, auch wenn Kritiker darauf hinweisen, dass die Gefahren für Tiere und Zuschauer nach wie vor ungelöst sind.
Die Bewegung, Pferde aus Karnevalsumzügen zu verbannen, gewinnt an Fahrt – mit Tilly und PETA an der Spitze. Bonns schrittweiser Ausstieg zeigt, dass Veränderung möglich ist, doch ob es zu flächendeckenden Maßnahmen kommt, liegt in der Hand der lokalen Behörden. Vorerst hält die Tradition an – doch die Forderungen nach strengeren Sicherheits- und Tierschutzvorkehrungen werden immer lauter.