17 January 2026, 19:34

Jens Spahn will Sonderrecht für Politiker abschaffen – ist das gerecht?

Eine Person in einer schwarzen Kapuzenjacke und Maske mit einem strengen Gesichtsausdruck steht auf einem Plakat mit fetter weißer Schrift, die "Das ist Nazi-Gewalt." lautet.

Spahn fordert Abschaffung des Beleidigungparagraphen zum Schutz von Politikern - Jens Spahn will Sonderrecht für Politiker abschaffen – ist das gerecht?

Jens Spahn, Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, hat vorgeschlagen, Paragraf 188 des deutschen Strafgesetzbuchs abzuschaffen. Das Gesetz gewährt Politikern derzeit einen erweiterten Schutz vor Beleidigungen und Verleumdungen. Spahn argumentiert, es wirke mittlerweile wie ein ungerechtfertigtes juristisches Privileg für Machtinhaber.

Ursprünglich sollte Paragraf 188 lokale Politiker und öffentliche Einrichtungen vor gezielten Angriffen schützen. Im Laufe der Zeit wurde sein Anwendungsbereich ausgeweitet – insbesondere 2021, als die Regelung auf allgemeine Beleidigungen ausgeweitet wurde. Allerdings existieren im Strafgesetzbuch bereits separate Bestimmungen gegen Beleidigung, üble Nachrede und Verleumdung.

Spahn kritisiert, die aktuelle Fassung des Paragrafen 188 sende falsche Signale: Statt die Demokratie zu stärken, wirke sie wie eine Sonderregel für die Mächtigen. Seine Lösung ist klar: Man solle sich auf die allgemeinen Beleidigungsgesetze verlassen, die für alle gelten. Es gibt keine Aufzeichnungen darüber, dass in letzter Zeit Ausnahmen nach Paragraf 188 aufgehoben wurden. Auch gibt es keine Hinweise, dass Spahns Vorschlag die Rechtsanwendung bisher beeinflusst hätte.

Fiele Paragraf 188 weg, stünden Politiker unter demselben rechtlichen Schutz wie normale Bürger. Der Schritt würde eine Neuausrichtung im Spannungsfeld zwischen Meinungsfreiheit und politischem Schutz in Deutschland bedeuten. Vorerst bleibt das Gesetz jedoch in Kraft – konkrete Änderungen sind nicht angekündigt.