05 February 2026, 02:36

Junge Union fordert radikale Sozialreformen – Rente und Steuern im Fokus

Ein aufgeschlagenes Buch mit einer handgeschriebenen genealogischen Tafel einer deutschen Familie, gefüllt mit Text über Familienmitglieder und ihre Abstammung.

JU-Chef Winkel sieht Sparpotential von 'Zehnen von Milliarden' im Sozialbudget - Junge Union fordert radikale Sozialreformen – Rente und Steuern im Fokus

Johannes Winkel, Vorsitzender der Jungen Union (JU), hat weitreichende Kürzungen bei den Sozialausgaben gefordert. Er argumentiert, dass das aktuelle System Geld verschwendet und dringend reformiert werden müsse. Seine Vorschläge umfassen Änderungen bei den Renten, der Familienbesteuerung und den Regeln für Teilzeitarbeit, um den Sozialstaat effizienter zu gestalten.

Winkel kritisierte die Regierungspolitik bei Sozialleistungen als unkoordiniert und nannte die Mütterrente als Beispiel für schlecht gezielte Ausgaben. Gleichzeitig warnte er die SPD davor, Kürzungen zu blockieren, und erinnerte an frühere finanzpolitische Kompromisse der Koalition.

Die Wiedereinführung des Nachhaltigkeitsfaktors in der deutschen Rentenversicherung seit 2024 hat bereits zu geringeren Rentenerhöhungen geführt. 2025 stiegen die Renten nur um 3,74 % statt um mögliche 4,54 % ohne diesen Faktor. Dadurch verloren Neurentner im Schnitt 5,50 Euro pro Monat, während die langfristigen Auswirkungen die Leistungen je nach Lebenserwartung um 0,2 bis 0,5 % jährlich mindern. Winkel betonte, dass die Beibehaltung dieses Faktors eine gerechtere Kostenverteilung zwischen den Generationen sichere.

Über die Renten hinaus will die JU das Ehegattensplitting durch ein familienbasiertes Steuermodell ersetzen. Dem Plan zufolge sollen die Einkommensteuersätze sich an der Kinderzahl orientieren. Zudem setzte sich Winkel für Anreize ein, um Arbeitnehmer von Teilzeit- in Vollzeitstellen zu bringen – allerdings lehnte er Forderungen der Mittelstandsunion ab, das Recht auf Teilzeitarbeit komplett abzuschaffen.

Laut Winkel könnten diese Reformen – kombiniert mit klareren Ausgabenprioritäten – jährlich Dutzende Milliarden Euro einsparen. Gleichzeitig betonte er, dass Veränderungen die Lasten fair verteilen müssten und die Bürger mehr Eigenverantwortung übernehmen sollten, ohne übermäßig belastet zu werden.

Winkels Pläne zielen auf Renten, Familienbesteuerung und Arbeitsmarktregeln ab, um Kosten zu senken und die Effizienz zu steigern. Sollten sie umgesetzt werden, könnten sie die Finanzierung und Verteilung sozialer Leistungen grundlegend verändern. Nun wird sich zeigen, ob die Koalition diese Maßnahmen aufgreift – oder sich dagegenstellt.