Kemptens politischer Umbruch: Freie Wähler brechen 30-jährige CSU-Herrschaft
George BenthinKemptens politischer Umbruch: Freie Wähler brechen 30-jährige CSU-Herrschaft
Nach 30 Jahren unter CSU-Führung hat Kempten einen neuen Oberbürgermeister gewählt. Christian Schoch von den Freien Wählern setzte sich im zweiten Wahlgang klar durch. Sein Sieg beendet eine lange Ära konservativer Vorherrschaft im höchsten Amt der Stadt.
Die CSU hatte das Kemptener Rathaus erstmals 1996 übernommen, als Ulrich Netzer den amtierenden SPD-Bürgermeister besiegte. Netzer blieb bis 2014 im Amt, bevor er die Position an Thomas Kiechle übergab, den Sohn des ehemaligen Bundeslandwirtschaftsministers Ignaz Kiechle. Kiechle regierte anschließend zwei volle Amtszeiten als Oberbürgermeister.
Bei der jüngsten Wahl trat Schoch in einer direkten Stichwahl gegen Kiechle an. Bei einer Wahlbeteiligung von 43,6 Prozent erhielt Schoch 55 Prozent der Stimmen, während Kiechle auf 45 Prozent kam. Das Ergebnis bedeutet, dass die CSU zum ersten Mal seit 1996 nicht mehr an der Spitze der Stadt steht.
Mit dem Ausgang der Stichwahl verliert die CSU nach drei Jahrzehnten das Oberbürgermeisteramt in Kempten. Schoch wird nun als neuer Stadtoberhaupt die Geschicke der Stadt lenken. Der Wechsel spiegelt eine deutliche Verschiebung der lokalen Wählergunst wider.






