Kinder- und Jugendarbeit in Hamburg droht das Aus – 90 Jobs in Gefahr
Birgitt OttoKinder- und Jugendarbeit in Hamburg droht das Aus – 90 Jobs in Gefahr
Der Verband für Kinder- und Jugendarbeit (VKJH) steht vor einer möglichen Schließung aufgrund unsicherer Finanzierung. Auch seine OHA!-Anlaufstelle für Kinder- und Jugendrechte, die jährlich rund 300 Beratungen durchführt, ist bedroht. Die Entscheidung der Stadt, die Ombudsstellen-Aussschreibung neu aufzusetzen, hat bei Fürsprechern Besorgnis ausgelöst.
Der VKJH beschäftigt 90 festangestellte und 150 freiberufliche Mitarbeiter:innen, kämpft jedoch mit der Finanzierung seiner Zentrale und der wachsenden Arbeitsbelastung. Die Geschäftsführerin Anja Post-Martens betonte, dass die ursprüngliche Ausschreibung für die OHA stets Kinderbetreuungsdienste und Expansionspläne umfasste. Ohne gesicherte Mittel könnte die Organisation gezwungen sein, ihre 17 Einrichtungen und 27 Projekte bis Ende Juni an die Bezirksämter zu übertragen.
Die Bildungsbehörde der Stadt plant, die Jugendombudsstelle mit einer neuen Funktion für Kita-Betreuung zusammenzulegen, was ein neues Vergabeverfahren erfordert. Trotz der Anerkennung der finanziellen Notlage des VKJH besteht die Behörde darauf, dass die Bezirksämter die Verantwortung für zurückgegebene Einrichtungen übernehmen müssen. Das Bundesnetzwerk Ombudschaft in der Jugendhilfe (BNO) hat sich eingeschaltet und die Rechtmäßigkeit der Neuausschreibung infrage gestellt.
Falls keine rasche Lösung gefunden wird, könnte der VKJH aufgelöst und seine unabhängige OHA-Stelle abgebaut werden. Die Bildungsbehörde bleibt bei ihrer Haltung, sodass die Zukunft der Organisation und ihrer Interessenvertretung ungewiss bleibt.






