Kinder- und Jugendhilfe vor radikaler Reform: Was sich 2024 für Familien ändert
Birgitt OttoKinder- und Jugendhilfe vor radikaler Reform: Was sich 2024 für Familien ändert
Große Reformen für Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland
Die Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Die Bundesregierung plant, individuelle Rechtsansprüche auf Förderung durch ein flächendeckendes, infrastrukturbasiertes System zu ersetzen. Nach Angaben der Verantwortlichen sollen die Neuerungen langfristig Milliarden einsparen.
Mit dem neuen Gesetz wird die Eingliederungshilfe vom Neunten Buch Sozialgesetzbuch (SGB IX) in das Achte Buch (SGB VIII) überführt. Dadurch werden Leistungen, die bisher in zwei verschiedenen Regelwerken verankert waren, unter einem Dach gebündelt. Dennoch könnten weiterhin Streitigkeiten darüber entstehen, ob Hilfen wegen einer Behinderung oder aus anderen Gründen gewährt werden müssen.
Der Gesetzentwurf sieht zudem vor, persönliche Assistenzleistungen durch standardisierte Pauschalangebote zu ersetzen. Die Behörden argumentieren, dies werde das System effizienter machen. Die vollen finanziellen Auswirkungen werden sich jedoch nicht sofort zeigen, da viele Änderungen von der bundesweiten Umsetzung abhängen.
Bis 2028 sollen Einsparungen in Höhe von 200,6 Millionen Euro erreicht werden. Langfristige Prognosen gehen von jährlichen Ersparnissen von 2,7 Milliarden Euro bis 2036 aus. Davon werden vor allem die Bundesländer und Kommunen profitieren.
Ziel der Reformen ist es, die Kinder- und Jugendhilfe zu vereinfachen und gleichzeitig Kosten zu senken. Ob sie erfolgreich sein werden, hängt jedoch davon ab, wie schnell die neuen Strukturen im ganzen Land greifen. Der Übergang von individueller Förderung zu standardisierten Leistungen erfordert zudem eine sorgfältige Abstimmung.






