11 March 2026, 12:19

Klimastreit in Schleswig-Holstein: Grüne und SPD zerzaust über Heizungsreform und soziale Gerechtigkeit

Ein Plakat mit Text und Logo, auf dem steht: "Wir reduzieren die Treibhausgasemissionen um etwa eine Gigatonne bis 2030".

Klimapolitik-Streit im Norden - Grüne kritisieren SPD - Klimastreit in Schleswig-Holstein: Grüne und SPD zerzaust über Heizungsreform und soziale Gerechtigkeit

In Schleswig-Holstein ist ein politischer Streit über Klimapolitik und Heizungsreformen entbrannt. Die Landesvorsitzende der Grünen, Lydia Rudow, wirft der schwarz-grünen Koalition vor, die Klimaziele zu untergraben, während SPD und Wohnungsverbände ihren Ansatz als ungerecht gegenüber einkommensschwachen Haushalten kritisieren. Die Auseinandersetzung kommt zu einer Zeit wachsender Spannungen vor den Landtagswahlen im nächsten Jahr.

Auslöser des Konflikts war Rudows Forderung, Schleswig-Holstein habe ideale Voraussetzungen, um Öl- und Gasheizungen durch Wärmepumpen zu ersetzen. Sie forderte Bundesfördermittel für einen sozial gerechten Umbau und behauptete, das Land könne bei der Klimapolitik eine Vorreiterrolle einnehmen. Doch SPD-Landeschef Ulf Kämpfer entgegnete, ihre Haltung riskiere, die Klimaziele der Region vollständig aufzugeben.

In einem gemeinsamen Appell warnten der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband, die SPD und der Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), die Klimapolitik des Landes belaste vor allem ärmere Familien. Andreas Breitner, VNW-Direktor und ehemaliger Innenminister, warf den Grünen vor, wenig Toleranz für abweichende Meinungen zu zeigen.

Unterdessen geht die Bundesregierung auf Distanz zu den Forderungen der Grünen nach Subventionen für Wärmepumpen und einer Senkung der Stromsteuer. Stattdessen bietet sie weiterhin Länderförderungen für Wärmepumpen an (bis zu 70 Prozent inklusive Boni) und reformiert das Gebäudeenergiegesetz. Die neuen Regeln erlauben zwar weiterhin Öl- und Gasheizungen, verlangen aber einen schrittweisen Umstieg auf grüne Brennstoffe – beginnend mit 10 Prozent ab 2029.

Rudow warf zudem dem wahrscheinlichen Herausforderer von Ministerpräsident Daniel Günther vor, die Wohnungs- und Wohlfahrtsverbände für Wahlkampfzwecke zu instrumentalisieren. Sie rief beide Gruppen dazu auf, sich nicht als Werkzeuge politischer Manöver missbrauchen zu lassen.

Die von Günther geführte schwarz-grüne Koalition bleibt weiterhin dem Ziel verpflichtet, Schleswig-Holstein bis 2040 klimaneutral zu machen. Doch der Streit zeigt, wie schwer es ist, ökologische Ziele mit sozialer Gerechtigkeit in Einklang zu bringen. Die Förderprogramme und Heizungsreformen der Bundesregierung werden die nächsten Schritte der Energiewende im Land maßgeblich prägen.

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