KM-I-6: Performance of Pumping Stations - Case Study
Schleswig-Holstein steht vor wachsenden Herausforderungen bei der Bewirtschaftung seiner tief liegenden Küstengebiete, da sich der Klimawandel verschärft. Fast ein Viertel der Fläche des Bundeslandes liegt weniger als 2,5 Meter über dem Meeresspiegel – vor allem entlang der Nordseeküste. Die bestehenden Entwässerungssysteme, die bereits an ihre Grenzen stoßen, könnten ohne umfangreiche Modernisierungen und verstärkte Pumpmaßnahmen bald überlastet sein.
Künstliche Entwässerung ist entscheidend, um diese Niederungen für die Landwirtschaft nutzbar zu halten. Mehr als die Hälfte der gefährdeten Gebiete in Schleswig-Holstein ist bereits auf Pumpwerke angewiesen, die von lokalen Wasser- und Bodenverbänden betrieben werden. Der größte dieser Verbände, der Verband Dithmarscher Elbmarschen, verwaltet rund 127.000 Hektar, während der Wasser- und Bodenverband Eider-Treene für 113.000 Hektar zuständig ist – davon gelten 50.000 Hektar als Niederungsflächen.
Starkregen und Überschwemmungen, die durch den Klimawandel häufiger auftreten, bringen diese Systeme an ihre Belastungsgrenze. In besonders nassen Jahren wie 2007 und 2017 verzeichneten die Stationen Spitzenwerte beim Energieverbrauch; einige mussten während Hochwassers vorübergehend abgeschaltet werden, um die Lage nicht weiter zu verschärfen. Fast die Hälfte der Pumpwerke im Eider-Treene-Gebiet griff bereits zu solchen Maßnahmen. Um Kosten zu sparen, setzen die Verbände auf energieeffiziente Pumpen und Strategien wie die „atypische Netznutzung“, um den Strombedarf zu senken. Doch die Auswertung der Verbrauchsdaten bleibt schwierig, da lokale Bedingungen stark variieren und die Folgen des Klimawandels komplex sind.
Die bestehende Entwässerungsinfrastruktur nähert sich ihren wirtschaftlichen und betrieblichen Grenzen – ein Ausbau der Pumpkapazitäten wird unverzichtbar, um Landnutzung und bestehende Systeme zu schützen. Angesichts des steigenden Klimadrucks müssen die Wasser- und Bodenverbände Effizienz und Ausbaubedarf in Einklang bringen. Die Herausforderung besteht nun darin, diese Maßnahmen nachhaltig umzusetzen, ohne die Energieressourcen zu überlasten.