Kreuzbandrisse im Frauenfußball: Warum die Verletzungen seit 2019 explodieren
Birgitt OttoDFB-Kapitän Gwinn: Was zwei Kreuzbandrisse bedeutet haben - Kreuzbandrisse im Frauenfußball: Warum die Verletzungen seit 2019 explodieren
Verletzungen des vorderen Kreuzbands bei Profi-Fußballerinnen nehmen seit 2019 stark zu
Berichte des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) und sportmedizinischer Fachzeitschriften zeigen, dass die Fälle von Kreuzbandrissen in der Frauen-Bundesliga seit 2019 deutlich angestiegen sind – von zuvor fünf bis zehn pro Saison auf über 20 bis 30 jährlich in den Spielzeiten 2023 bis 2025. Dieser Anstieg fällt mit der Einführung vollprofessioneller Verträge in der Liga zusammen.
Giulia Gwinn, eine bekannte Spielerin, die sich bereits zweimal das vordere Kreuzband gerissen hat, führt diesen Trend auf die gestiegenen körperlichen Anforderungen und den dichteren Spielplan im Profifußball zurück.
Ihre eigenen Erfahrungen spiegeln die übergeordnete Problematik wider. Nach zwei schweren Knieverletzungen kehrte sie mit neuem Selbstvertrauen auf den Platz zurück. Psychologische Unterstützung spielte dabei eine entscheidende Rolle – sie half ihr, Widerstandskraft aufzubauen und wieder Vertrauen in ihre Fähigkeiten zu gewinnen.
Mittlerweile sieht sie sich als stärkere Spielerin und zuverlässigere Teamkollegin. Dennoch räumt Gwinn ein, dass sich Verletzungen im Frauenfußball nicht vollständig vermeiden lassen. Die zunehmende Professionalisierung des Sports habe zu höheren Trainingsbelastungen und häufigeren Spielen geführt – Faktoren, die ihrer Meinung nach die steigenden Verletzungszahlen erklären.
Daten des DFB und Studien im British Journal of Sports Medicine bestätigen diese Einschätzung. Vor 2019 waren Kreuzbandrisse deutlich seltener, doch mit der Umstellung auf Vollzeitverträge stiegen auch die körperlichen Belastungen. Die Spielerinnen bestreiten mehr Spiele, absolvieren intensivere Trainingseinheiten und haben weniger Zeit zur Regeneration – alles Faktoren, die das Risiko schwerer Verletzungen erhöhen.
Der Anstieg der Kreuzbandverletzungen ist eine klare Folge der rasanten Professionalisierung im Frauenfußball. Gwinns Weg zeigt sowohl die körperlichen Herausforderungen als auch die mentale Stärke, die für die Anpassung nötig ist. Während sich der Sport weiterentwickelt, müssen Vereine und Verbände ein Gleichgewicht zwischen Leistungsansprüchen und dem Wohl der Spielerinnen finden.