Kulturkampf vor Berliner Wahlen: Kampagne fordert drei Prozent des Haushalts
Hildegund LachmannKulturkampf vor Berliner Wahlen: Kampagne fordert drei Prozent des Haushalts
Eine neue Kampagne rückt die Kultur in den Mittelpunkt der anstehenden Berliner Wahlen. Die Initiative „Berlin ist Kultur“ startete ihre Aktionswoche mit einem Manifest, das stärkere finanzielle Unterstützung für die Kunstszene fordert. Geplant ist, die Stadt mit Plakaten in jedem Kulturort zu überziehen – unter dem Hashtag #deineStimmefürKultur.
Im Kern der Kampagne steht die „Berliner Erklärung“, die mindestens drei Prozent des Landeshaushalts für Kultur verlangt. Zudem fordert das Papier verlässliche, langfristige Förderungen, um weitere Schließungen und Instabilität im Sektor zu verhindern.
Beim Auftaktereignis zeigten sich nur wenige Politiker: Katharina Marg von der Linken sowie die Grünen-Co-Vorsitzenden Ronja Losert und Bertram von Boxberg waren erschienen. Keine weiteren Berliner Amtsträger ließen sich blicken – ein Zeichen für die wahrgenommene politische Gleichgültigkeit gegenüber dem Thema.
Oliver Reese, Intendant des Berliner Ensembles, kritisierte scharf die jüngsten Kürzungen. Er nannte die Einsparungen „fehlgeleitet“ und warnte vor der drohenden Schließung des Atelierhauses in der Wilsnacker Straße. Reese berichtete auch von einer prägenden persönlichen Erfahrung: einem Schlüsselmoment mit 14 Jahren im Theater von Paderborn.
Gabi Dan Droste, Leiter des FELD Theaters, verglich die prekäre Fördersituation mit dem Mythos von Ikarus. Die Kampagne hat zudem „Wahl-Prüffragen“ für Kandidat:innen entwickelt, darunter das Versprechen „Kunstbildung stärken!“.
Ziel der Aktionswoche ist es, die Wahl durch eine Fokussierung auf Kulturpolitik zu beeinflussen. Die „Berliner Erklärung“ dient als zentrales Dokument, das konkrete finanzielle Zusagen einfordert. Die Organisator:innen hoffen, dass der Druck auf die Kandidat:innen wächst, um die drängenden Bedürfnisse des Sektors endlich anzugehen.






