"Längst angeboten": Günther will bundesweite Zuckersteuer - "Längst angeboten": Günther will bundesweite Zuckersteuer
"Längst überfällig": Günther fordert bundesweite Zuckersteuer
"Längst überfällig": Günther fordert bundesweite Zuckersteuer
"Längst überfällig": Günther fordert bundesweite Zuckersteuer
- Dezember 2025, 20:30 Uhr
Schleswig-Holstein treibt die Einführung einer bundesweiten Steuer auf zuckerhaltige Getränke voran. Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) kündigte am 21. Dezember 2025 an, im frühen Jahr 2026 einen entsprechenden Bundesgesetzesentwurf vorzulegen. Hintergrund sind wachsende Bedenken wegen gesundheitlicher Risiken durch übermäßigen Zuckerkonsum, darunter Fettleibigkeit und Diabetes.
Bereits Mitte Oktober hatte der Landtag in Schleswig-Holstein eine Abgabe auf zuckerhaltige Erfrischungs- und Energydrinks beschlossen – nun will Günther den Vorstoß auf Bundesebene ausweiten. Im ersten Quartal 2026 soll eine Initiative im Bundesrat eingereicht werden, zudem plant er, das Thema auf dem CDU-Bundesparteitag im Februar zur Sprache zu bringen.
Medizinische Fachleute fordern seit Langem eine Zuckersteuer, um der steigenden Zahl von Adipositas-, Typ-2-Diabetes- und Fettleber-Erkrankungen entgegenzuwirken. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, den Konsum freier Zucker auf maximal 50 Gramm pro Tag zu begrenzen. Doch wie eine Untersuchung der Verbraucherorganisation Foodwatch aus dem Jahr 2024 ergab, enthielten 136 Getränke im Schnitt 7,8 Prozent Zucker – ein Wert, der in 117 Fällen die britische Limonadensteuer ausgelöst hätte. Günther argumentiert, eine bundesweite Abgabe könne den Zuckerkonsum verringern und die Volksgesundheit verbessern. Während Niedersachsen bisher keine entsprechenden Pläne vorgelegt hat, übernimmt Schleswig-Holstein hier eine Vorreiterrolle.
Die geplante Steuer soll gezielt Getränke mit hohem Zuckergehalt belasten und orientiert sich an internationalen Vorbildern. Sollte sie umgesetzt werden, könnte sie die Preise und Vermarktung zuckerhaltiger Produkte in Deutschland grundlegend verändern. In den kommenden Monaten wird der Vorstoß auf Bundesebene beraten.