10 January 2026, 16:38

Laschet warnt vor NATO-Krise: Warum Europa bei Grönland diplomatisch bleiben muss

Menschen in Pullovern fahren Ski auf dem Eis, mit einer Seilbahn, Bergen und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

Laschet warnt vor NATO-Krise: Warum Europa bei Grönland diplomatisch bleiben muss

Armin Laschet, ehemaliger CDU-Vorsitzender und Kanzlerkandidat, hat Europa aufgefordert, in der Frage möglicher US-Pläne für Grönland eine diplomatische Haltung einzunehmen. Er warnte, dass militärische Schritte der USA in der Region das Vertrauen innerhalb der NATO schwer beschädigen würden. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit, in der die EU ihre Unterstützung für Dänemark und Grönland angesichts steigender Spannungen bekräftigt.

Laschet betonte, Europa müsse selbst im schlimmsten Fall eines Konflikts um Grönland eine direkte Konfrontation mit den USA vermeiden. Ein Krieg zwischen Europa und Amerika sei undenkbar, unabhängig von der Schwere der Lage, so der Politiker. Stattdessen plädierte er für gemeinsame NATO-Bemühungen, um dem wachsenden Einfluss Russlands und Chinas in der Arktis entgegenzuwirken – ohne auf eine Annexion Grönlands durch die USA zu setzen.

Die EU hat jeden Anspruch der USA auf Grönland entschieden zurückgewiesen und ihre politische Solidarität mit Dänemark sowie der Bevölkerung der Insel erklärt. Offizielle Stellen machten deutlich, dass eine Änderung des Status Grönlands allein von seinen Bewohnern und Dänemark – nicht von externen Mächten – entschieden werden müsse. Laschet zog zudem Parallelen zu früheren US-Interventionen und verwies darauf, dass etwa die Tötung Osama bin Ladens unter Obama kein Alleinstellungsmerkmal der Trump-Ära gewesen sei. In einem anderen Zusammenhang verteidigte er die zurückhaltende Reaktion Europas auf die Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro. Der Fokus liege darauf, den Krieg in der Ukraine zu beenden, statt Konflikte an anderer Stelle zu schüren, erklärte er.

Die klare Haltung der EU entspricht Laschets Appell, Diplomatie statt Konfrontation zu wählen. Die Zukunft Grönlands bleibt eine Angelegenheit seiner Bevölkerung und Dänemarks – externe Annexionsbestrebungen haben hier keinen Platz. Gleichzeitig könnte die Rolle der NATO in der Arktis an Bedeutung gewinnen, während Europa versucht, das Verhältnis zu den USA auszubalancieren und regionale Sicherheitsfragen zu adressieren.