Markus Söder steht vor dem Stockacher Narrengericht – ein historisches Spektakel
Birgitt OttoFastnacht-Schüssel lädt Söder auf die Narrenschanke ein - Markus Söder steht vor dem Stockacher Narrengericht – ein historisches Spektakel
Am 12. Februar 2023 muss Bayerns Ministerpräsident Markus Söder vor dem Stockacher Narrengericht erscheinen. Das historische Ereignis ist erst das zweite Mal in der fast 675-jährigen Geschichte des Tribunals, dass ein amtierender bayerischer Regierungschef vor die Schergenrichter tritt.
Das Stockacher Narrengericht ist ein uralter Brauch während der schwäbisch-alemannischen Fasnet. Jährlich am Schmotzigen Dunschtig (Fetter Donnerstag) findet der Prozess vor Publikum statt – kurz vor dem Rosenmontag. Zu den früheren Angeklagten zählten prominente Persönlichkeiten wie Angela Merkel, Wolfgang Kubicki und Karl Lauterbach.
Dass Söder in diesem Jahr auserwählt wurde, ist kein Zufall: Die Veranstalter entschieden sich für ihn, weil er bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg am 8. März nicht auf dem Stimmzettel steht. Der letzte bayerische Ministerpräsident, der vor dem Gericht stand, war Franz Josef Strauß im Jahr 1979. Die Veranstaltung verbindet Satire mit Tradition und bietet eine spielerische, doch symbolträchtige Kritik an Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Zwar ist bisher keine stellvertretende Ministerpräsidentin wie Ulrike Scharf als Angeklagte verzeichnet, doch bleibt das Narrengericht ein skurriles Highlight der Fasnetszeit.
Söders Auftritt führt eine jahrhundertealte Tradition fort. Der Prozess wird vor live Publikum stattfinden und den Brauch lebendig halten. Im Anschluss wird er zu der kurzen Liste politischer Führungspersönlichkeiten gehören, die sich dem spöttischen Urteil der Narren stellen mussten.