19 June 2026, 14:18

Marzahner Pride 2024: Sichtbarkeit als Widerstand gegen Queerfeindlichkeit

"Sichtbarkeit ist Widerstand"

Marzahner Pride 2024: Sichtbarkeit als Widerstand gegen Queerfeindlichkeit

Marzahner Pride findet in diesem Jahr unter dem Motto „Sichtbarkeit ist Widerstand“ statt. Die Veranstaltung richtet den Fokus auf die Herausforderungen, mit denen queere Geflüchtete und Migrant:innen im Berliner Bezirk konfrontiert sind – einer Gegend mit einer großen Community von Menschen mit Migrationshintergrund. Die Organisator:innen haben einen Umzug und ein Straßenfest angekündigt, um für Bewusstsein und Solidarität zu werben.

Der Umzug startet um 12 Uhr an der Allee der Kosmonauten. Eröffnungsreden halten Vanessa Krah, die Queer-Beauftragte des Bezirks, und Gordon Lemm. Im Anschluss beginnt um 14:30 Uhr ein Nachbarschaftsfest mit Konzerten, DJs und Streetfood.

Hinter der Veranstaltung steht Quarteera e.V., eine Organisation, die queere Menschen aus Osteuropa, Zentralasien und dem Kaukasus unterstützt. Krah warnte zur Wachsamkeit: Rechtsextreme Gruppen hätten in der Vergangenheit wiederholt kurzfristig Gegenproteste organisiert und Einschüchterungsversuche unternommen.

2022 sah sich der Marzahner Pride mit Drohungen der neonazistischen Gruppe Deutsche Jugend Voran (DJV) konfrontiert. Zwar gibt es bisher keine konkreten Hinweise auf rechtsextreme Mobilisierungen gegen die diesjährige Ausgabe, doch das Berliner Register diskriminierender Vorfälle verzeichnet einen Anstieg körperlicher Angriffe und rechtsextremer Propaganda in Marzahn. Fast die Hälfte aller Pride-Veranstaltungen in Deutschland wurde im vergangenen Jahr von rechtsextremen Störungen oder Angriffen betroffen.

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Der Umzug und das Fest finden wie geplant statt. Die Organisator:innen betonen, wie entscheidend Sichtbarkeit für queere Migrant:innen und Geflüchtete ist. Die Veranstaltung steht in einem Jahr verstärkter rechtsextremer Aktivitäten im Bezirk – direkte Bedrohungen für den diesjährigen Marsch sind jedoch bisher ausgeblieben.

Quelle