Metall- und Elektroindustrie bricht ein: Aufträge und Jobs schrumpfen dramatisch
Hildegund LachmannMetall- und Elektroindustrie bricht ein: Aufträge und Jobs schrumpfen dramatisch
Industrieaufträge in Deutschland brechen im April stark ein – keine Anzeichen für Erholung trotz staatlicher Hilfen
Besonders betroffen ist der Metall- und Elektroindustrie-Sektor, der einen deutlichen Rückgang bei Neuaufträgen und Produktion verzeichnete.
Die Bestellungen in der Metall- und Elektroindustrie gingen im April im Vergleich zum Vormonat um 5,4 % zurück. Im Dreimonatszeitraum von Februar bis April 2026 lagen die Industrieaufträge um 3,1 % niedriger als im Vorquartal. Der Rückgang fiel stärker aus als erwartet und führte zu einer nachträglichen Abwärtskorrektur der März-Zahlen.
Auch die Produktion im Sektor sank im April um 2,0 % gegenüber den vorherigen drei Monaten und um 2,7 % im Vergleich zum Vorjahr. Die aktuelle Auslastung liegt damit 15 % unter dem Niveau von 2018. Die Kapazitätsauslastung betrug 79 % – deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 85 %.
Die Beschäftigung in der Branche schrumpfte weiter. Im April gingen saisonbereinigt 15.600 Arbeitsplätze verloren – der stärkste monatliche Rückgang seit Juli 2020. Die Gesamtbeschäftigung im Sektor beläuft sich nun auf 3,746 Millionen, wobei seit 2019 über 300.000 Stellen abgebaut wurden.
Zudem stiegen die Unternehmensinsolvenzen stark an. Im Mai 2025 wurden in Deutschland 1.518 Insolvenzen verzeichnet – ein Anstieg von 57 % im Vergleich zum Mai-Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019.
Die Metall- und Elektroindustrie kämpft weiterhin mit sinkenden Aufträgen, rückläufiger Produktion und schrumpfender Beschäftigung. Die Krise des Sektors zeigt sich auch in der steigenden Zahl von Insolvenzen und der unausgelasteten Kapazität. Die Daten deuten darauf hin, dass eine baldige Erholung unwahrscheinlich ist.






