07 June 2026, 04:17

Mönchengladbachs Wohnungsbau-Boom trotzt dem NRW-Trend mit Rekordzahlen 2025

Bau von Wohnungen in NRW sinkt    Moenchengladbach baut mehr Wohnungen

Mönchengladbachs Wohnungsbau-Boom trotzt dem NRW-Trend mit Rekordzahlen 2025

Mönchengladbach verzeichnet dramatischen Anstieg im Wohnungsbau – entgegen dem Landestrend in Nordrhein-Westfalen

Während Nordrhein-Westfalen die niedrigste Fertigstellungsrate seit 14 Jahren verzeichnete, hat Mönchengladbach seinen Wohnungsbau 2025 fast verdreifacht. Dieser Boom ist das Ergebnis gezielter Investitionen und politischer Weichenstellungen, die die Bezahlbarkeit und das Angebot verbessern sollen.

Die Bauquote der Stadt stieg von 9,8 im Jahr 2024 auf 28,4 im Jahr 2025 – ein Anstieg um 188 Prozent. Mit 758 fertiggestellten Wohnungen liegt Mönchengladbach nun auf Platz drei der kreisfreien Städte, hinter Köln (42,6) und Münster (38,6). Verantwortliche führen den Erfolg auf frühzeitige strategische Maßnahmen zurück, darunter die Aktivierung von Bauland und beschleunigte Genehmigungsverfahren.

Hinter dem Aufschwung steht die Initiative „Wohnen für alle“, die 2023 gestartet wurde. Das Programm stärkte das städtische Unternehmen WohnBau Mönchengladbach mit rund 43 Millionen Euro Eigenkapital. Jeder investierte Euro der Stadt hebelte bis zu fünf Euro an zusätzlichen Krediten und Fördermitteln. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf bezahlbarem Wohnraum, barrierefreien Konzepten und der Aufwertung innerstädtischer Viertel.

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Doch bleiben Herausforderungen: Die Baukosten steigen weiter – allein im frühen Jahr 2025 legten die Preise für Wohngebäude um 3,2 Prozent zu. Auch die Finanzierung wurde teurer, da die Kreditzinsen seit 2022 von nahe null auf drei bis vier Prozent stiegen. Zudem schnellen die Ausgaben für den sozialen Wohnungsbau in Mönchengladbach in die Höhe: Lag ihr Anteil am Haushalt 2021 noch bei fünf Prozent, waren es 2024 bereits 274 Prozent – ein Zeichen für den enormen Druck, die Nachfrage zu bedienen.

In ganz Nordrhein-Westfalen gingen die Fertigstellungen dagegen um 9,4 Prozent auf 37.185 Wohnungen zurück – der niedrigste Stand seit 2011. Die Bauquote des Landes liegt nun bei 19,8 pro 10.000 Einwohner und damit deutlich unter dem Wert Mönchengladbachs.

Der Wohnungsbauboom der Stadt steht in scharfem Kontrast zum landesweiten Rückgang. Die Fertigstellungen 2025 sind Ergebnis gezielter Förderung und beschleunigter Planung, doch steigende Kosten und Zinsen belasten weiterhin die Haushalte. Mit einer Bauquote, die 43 Prozent über dem Landesdurchschnitt liegt, könnte der Ansatz anderen Krisenregionen als Vorbild dienen.

Quelle