Neuer Tarifvertrag im Nahverkehr Sachsen-Anhalts verhindert drohende Streiks
George BenthinNeuer Tarifvertrag im Nahverkehr Sachsen-Anhalts verhindert drohende Streiks
Am 29. April 2026 wurde ein neuer Tarifvertrag für die Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr Sachsen-Anhalts abgeschlossen. Die Einigung verhindert geplante Streiks, die den Verkehr in der gesamten Region lahmen hätten lassen können. Nach wochenlangen Verhandlungen über Löhne und Arbeitsbedingungen fanden beide Seiten schließlich einen Kompromiss.
Der Tarifvertrag bringt mehrere Neuerungen für die Beschäftigten mit sich. Die Ausbildungsvergütungen orientieren sich künftig am TVöD-Tarif des öffentlichen Dienstes, was regelmäßige Anpassungen garantiert. Zudem können Arbeitnehmer einen Teil ihrer Jahresprämie in bis zu drei zusätzliche Urlaubstage umwandeln.
Die Arbeitgeber erhöhten ihren Zuschuss zu den Führerscheinkosten der Mitarbeiter und verdoppelten damit den bisherigen Betrag. Nacht- und Sonntagszuschläge fallen nun höher aus, während Fahrer von verbesserten Ruhezeiten und flexibleren Schichtlängen profitieren.
Nicht alle Forderungen der Gewerkschaft wurden jedoch erfüllt. Die Arbeitgeber lehnten den Vorschlag ab, die durchschnittliche Wochenarbeitszeit auf 35 Stunden ohne Lohnausgleich zu senken. Die vereinbarten Konditionen stoßen bei vielen Verkehrsbetrieben in der Region an finanzielle Grenzen und werfen Fragen zur langfristigen Tragfähigkeit auf.
Die Einigung verhindert zwar unmittelbare Einschränkungen im Verkehrsangebot und verbessert Löhne sowie Arbeitsbedingungen der Beschäftigten. Doch die finanzielle Belastung der Unternehmen könnte in Zukunft zu weiteren Gesprächen führen. Der Tarifvertrag gilt bis zur nächsten Verhandlungsrunde.






