Neues Satellitennetz von OQ Technology soll Funklöcher in Deutschland schließen
Hans-Werner HövelNeues Satellitennetz von OQ Technology soll Funklöcher in Deutschland schließen
Europäischer Satellitenbetreiber OQ Technology bereitet Ausbau der Mobilfunkabdeckung mit neuem Kommunikationssatellitennetz vor
Das Unternehmen OQ Technology mit Sitz in Europa plant, die mobile Netzabdeckung mit einem neuen Satellitennetz auszubauen. Für 2023 ist der Start einer nächsten Generation von Satelliten vorgesehen, die bidirektionale Datenverbindungen zu Smartphones ermöglichen sollen. Die Satelliten werden in Zusammenarbeit mit Mobilfunknetzen Lücken in ländlichen Gebieten schließen und in Krisensituationen Notfallverbindungen bereitstellen.
Auch deutsche Telekommunikationsriesen setzen zunehmend auf weltraumgestützte Lösungen, um die Signalzuverlässigkeit zu verbessern. O₂ Telefónica, die Deutsche Telekom und Vodafone haben jeweils Partnerschaften mit Satellitenanbietern bekannt gegeben, um die Abdeckung in abgelegene Regionen auszuweiten.
Das System von OQ Technology basiert auf einer Konstellation von 48 Satelliten, die bis Ende 2027 voll funktionsfähig sein soll. Sobald das Netz fertiggestellt ist, wird es alle 30 Minuten ein Verbindungsfenster garantieren. Nutzer könnten dann Geschwindigkeiten von ein bis zwei Megabit pro Sekunde erreichen – ausreichend für grundlegende Nachrichtenübermittlung und Notrufe.
Die Satelliten des Unternehmens werden von Europa aus gesteuert und nutzen europäische Cloud-Infrastruktur. Erste Tests mit O₂ Telefónica sollen Anfang 2027 in der Nähe von Waren beginnen, einer Seenstadt in der Müritz-Region Mecklenburg-Vorpommerns.
Unterdessen arbeitet die Deutsche Telekom mit Starlink zusammen, um ab 2028 Mobilfunkempfang in abgelegenen Gebieten anzubieten. Auch Vodafone hat ein Joint Venture mit AST SpaceMobile gegründet, allerdings steht der Startzeitplan für diesen Dienst noch nicht fest.
Ziel dieser Projekte ist es, hartnäckige Funklöcher in den deutschen Mobilfunknetzen zu beseitigen. Durch die Integration von Satellitenverbindungen hoffen die Anbieter, selbst bei Naturkatastrophen oder Infrastrukturausfällen eine unterbrechungsfreie Abdeckung zu gewährleisten.
Der Vorstoß zu satellitengestützten Mobilfunknetzen markiert einen Wandel in der Strategie deutscher Telekommunikationsunternehmen zur Schließung von Versorgungslücken. Der für 2023 geplante Start von OQ Technology ist der erste Schritt hin zu einem Netz aus 48 Satelliten, während O₂, Telekom und Vodafone eigene weltraumgestützte Lösungen vorbereiten. Bei Erfolg könnte die Technologie innerhalb der nächsten fünf Jahre zuverlässige Konnektivität für ländliche Gemeinden und Einsatzkräfte in Notfallsituationen bringen.







