Neuköllns SPD-Kandidatin Janine Wolter gerät wegen Instagram-Likes unter Druck
Hans-Werner HövelNeuköllns SPD-Kandidatin Janine Wolter gerät wegen Instagram-Likes unter Druck
Janine Wolter soll nach ihrer Nominierung durch den örtlichen SPD-Vorstand nächste Bezirksbürgermeisterin von Neukölln werden. Ihre Kandidatur wurde später auf einem Parteitag bestätigt. Doch ihre jüngsten Aktivitäten auf Instagram haben in der Bezirksverordnetenversammlung für Aufsehen gesorgt.
Der amtierende Bezirksbürgermeister Martin Hikel hatte im November angekündigt, nicht erneut zu kandidieren. Als Grund nannte er mangelnde Rückendeckung in der eigenen Partei. Wolter, die derzeit als Stadträtin für Bildung amtiert, wurde als seine Nachfolgerin ausgewählt.
Die CDU-Fraktion Neukölln äußerte Bedenken hinsichtlich Wolters Verhalten in sozialen Medien. Sie reichte eine offizielle Anfrage ein, die eine Überprüfung ihrer Instagram-Posts zur Folge hatte. Dabei kam heraus, dass sie Inhalte eines politischen Influencers geliked oder geteilt hatte, der für einseitige Israel-Kritik bekannt ist. Dies hatte zunächst der Tagesspiegel-Newsletter Checkpoint berichtet.
Während der jüngsten Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung am Mittwochabend erteilte Hikel Wolter einen offiziellen Verweis. Er kritisierte, sie habe als Stadträtin nicht die erwartete Zurückhaltung und Neutralität bewiesen. Wolter entgegnete, sie habe die Ansichten des Influencers nicht näher geprüft und werde dessen Beiträge künftig nicht mehr teilen.
Der Verweis wurde offiziell dokumentiert. Wolter bleibt die SPD-Kandidatin für das Amt der Bezirksbürgermeisterin. Die Debatte zeigt, wie stark das Social-Media-Verhalten von Amtsträgern in Neukölln unter Beobachtung steht.
