02 January 2026, 00:44

Nilam Farooq wird zur flüchtigen Milliardärin – die rätselhafte Geschichte der OneCoin-Betrügerin

Eine Goldmünze mit einem Foto einer Frau.

Nilam Farooq im Interview: "Je reicher man wird, desto schlechter der Geschmack wird" - Nilam Farooq wird zur flüchtigen Milliardärin – die rätselhafte Geschichte der OneCoin-Betrügerin

Das Verschwinden von Ruja Ignatova, der Drahtzieherin hinter dem Kryptowährungsbetrug OneCoin, bleibt eines der größten Finanzrätsel der letzten Jahre. Nach ihrem spurlosen Verschwinden 2017 mit Milliarden auf dem Konto wird ihre Geschichte nun in der ZDF-Serie „Nimm das Geld und renne“ neu erzählt – die Schauspielerin Nilam Farooq schlüpft darin in die Rolle der flüchtigen Betrügerin. Farooq, die selbst ein reflektiertes Verhältnis zu Reichtum hat, verleiht der Figur mit ihrer Darstellung von gnadenloser Gier und schließlichem Niedergang eine vielschichtige Tiefe.

Ruja Ignatovas letzte bekannte Schritte führen ins Jahr 2017 zurück, als sie angeblich ihre Yacht in der Nähe griechischer Inseln verließ, nachdem sie von Piräus aus in See gestochen war. Die Ermittler Frank Schneider und Marc Levy vermuten, sie sei anschließend in die Vereinigten Arabischen Emirate oder einen anderen Golfstaat geflohen – mit einem gefälschten griechischen Pass, um unentdeckt zu bleiben. Ihre Besessenheit von Geld, die sie selbst als Sucht beschrieb, trieb sie dazu, astronomische Summen anzuhäufen – weit mehr, als sie jemals hätte ausgeben können –, während jeder moralische Kompass verloren ging.

Ignatovas Familie hält sich seitdem aus der Öffentlichkeit heraus, auch wenn ihr Ehemann und ihre Tochter mittlerweile in der Nähe Frankfurts leben. Ihr Mann könnte bald in einem neuen Prozess vor Gericht stehen, was die Folgen des OneCoin-Zusammenbruchs weiter vertieft. Nilam Farooq hingegen, die Ignatova auf der Leinwand verkörpert, sieht Geld mit anderen Augen. Für sie bedeutet finanzielle Sicherheit schlichte Annehmlichkeiten: ein eigenes Zuhause, Urlaubsreisen, die kleinen Freuden des Lebens. Sie räumt ein, dass Geld Türen öffnet, aber auch klare Grenzen hat – eine Erkenntnis, die sie nach dem Tod ihres Vaters vor zwei Jahren selbst machen musste. Über Ignatovas Schicksal bleibt Farooq skeptisch: Die Betrügerin könnte tot sein oder sich immer noch auf einer Yacht in internationalen Gewässern verstecken. Anders als ihre Figur glaubt Farooq, dass wahres Glück im Ausgleich liegt – nicht im endlosen Häufen von Reichtum.

Ignatovas Geschichte fasziniert weiterhin, eine Mischung aus dreistem Betrug und ungelöstem Verschwinden. Die ZDF-Serie bringt ihre Geschichte einem breiten Publikum näher, während Farooqs Darstellung der von Gier zerfressenen Figur zusätzliche Tiefe verleiht. Während juristische Verfahren weiter schlummern und Theorien kursieren, bleibt der Fall eine eindringliche Mahnung dafür, wie weit manche für Reichtum gehen – und wie wenig er am Ende wirklich wert ist.