14 March 2026, 08:20

Norbert Himmler bleibt trotz KI-Skandal und Quotenproblemen ZDF-Intendant

Eine deutsche Zeitungsvorderseite von 1939 mit der Schlagzeile "Weitpreubliche Zeitung", die eine Gruppe in traditioneller deutscher Tracht zeigt.

Norbert Himmler bleibt trotz KI-Skandal und Quotenproblemen ZDF-Intendant

Norbert Himmler bleibt nach einer Abstimmung im Rundfunkrat für eine weitere Amtszeit Intendant des ZDF. Seine Wiederbestellung erfolgt trotz anhaltender Debatten über die Relevanz des Senders und eines jüngsten Skandals um KI-generierte Bilder. Die Entscheidung verlängert seine seit 2022 andauernde Amtszeit, die auf Jahre des Aufstiegs beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk folgt.

Himmler blickt auf eine Karriere beim ZDF zurück, die 1998 als Volontär begann. Seither bekleidete er Schlüsselpositionen, darunter die Leitung der Programmplanung und die Direktion von ZDFneo. Sein Jahresgehalt beträgt mittlerweile 372.000 Euro – ein Spiegel seiner führenden Rolle im deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

Geboren 1971 in Mainz, studierte Himmler dort auch Politikwissenschaft und Germanistik – in derselben Stadt, in der das ZDF seinen Hauptsitz hat. Seine Laufbahn beim Sender begann als studentische Hilfskraft, später arbeitete er freiberuflich, bevor er 1998 das Volontariat antrat und seinen stetigen Aufstieg in der Führungsebene des Hauses startete.

Eine seiner ersten großen Entscheidungen traf er 2014 als Programmdirektor, als er die langjährige Primetime-Unterhaltungsshow Wetten, dass..? absetzte. Doch 2021, unter seiner Führung als Intendant, wurde die Sendung wiederbelebt. Die Rückkehr lockte beim ersten Auftritt 4,49 Millionen Zuschauer an, doch die Einschaltquoten sanken seither kontinuierlich: von 3,52 Millionen im Jahr 2022 auf nur noch 2,71 Millionen 2025.

Trotz Kritik an der Ausrichtung des ZDF – etwa im Zuge der Affäre um KI-Bilder – stieß Himmler bei seiner Wiederwahl auf keinen nennenswerten Widerstand. Die Zustimmung des Rundfunkrats am Freitag sichert die Kontinuität an der Spitze, auch wenn sich das Programm des Senders weitgehend unverändert präsentiert. Die meisten Reformen führten bisher nur zu marginalen Anpassungen; kaum eine Sendung oder ein Kanal wurde eingestellt.

Unter Himmlers Führung zeigen die Flaggschiff-Formate des ZDF eine durchwachsene Performance. Während die heute-show regelmäßig 7 bis 8 Millionen Zuschauer erreicht und Das Traumschiff auf 4 bis 5 Millionen kommt, hinkt das wiederbelebte Wetten, dass..? beiden hinterher. Die Quoten liegen zwar über denen von Sarah Connor (2 bis 3 Millionen), sind seit der Rückkehr der Show aber stetig gesunken.

Mit seiner Wiederwahl bleibt Himmler weiter an der Spitze des ZDF und setzt auf Bewährtes in Programmgestaltung und Führung. Zwar gehen die Zuschauerzahlen bei Formaten wie Wetten, dass..? zurück, doch die erfolgreichsten Sendungen ziehen weiterhin Millionen vor die Bildschirme. Die Entscheidung unterstreicht das Vertrauen in seine Erfahrung – trotz anhaltender Fragen zur Zukunft des Senders.

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