NRW-Polizei bekommt keine flächendeckenden Tasern wegen Millionenloch im Haushalt
Birgitt OttoReul: Taser-Ausweitung würde mehr als 12 Millionen Euro kosten - NRW-Polizei bekommt keine flächendeckenden Tasern wegen Millionenloch im Haushalt
Pläne für flächendeckende Einführung von Tasern in Nordrhein-Westfalen scheitern an Finanzierungslücke
Die geplante landesweite Ausstattung der Polizei in Nordrhein-Westfalen (NRW) mit Elektroschockpistolen ist an finanziellen Hürden gescheitert. Im aktuellen Haushaltsentwurf fehlen die notwendigen Mittel für eine vollständige Einführung – damit steht das Vorhaben auf der Kippe. Gestiegene Kosten verschärfen die Unsicherheit zusätzlich.
Nach aktuellen Berechnungen würde die flächendeckende Bereitstellung der Tasern in NRW nun rund 11,6 Millionen Euro kosten. Für Schulungsmaßnahmen wären weitere 1,3 Millionen Euro erforderlich. Die Gesamtkosten liegen damit etwa 2 Millionen Euro höher als ursprünglich veranschlagt – bedingt durch Preisanstiege und überarbeitete Kalkulationen.
Bisher setzen nur 18 der 47 Polizeibehörden des Landes die Geräte ein. Die FDP kritisiert, dass die fehlende Finanzierung im Haushalt 2026 eine kurzfristige Ausweitung de facto unmöglich mache. Trotz Studien, die den Einsatz von Tasern befürworten, zeigen sich die Grünen im Landtag weiterhin zurückhaltend. Ein konkreter Zeitplan für eine landesweite Einführung existiert nicht, und auch ein möglicher Starttermin steht in den Sternen.
Ohne veranschlagte Mittel im kommenden Haushalt bleibt die Zukunft der Tasern in NRW ungewiss. Die höheren Kosten und politische Vorbehalte erschweren die Lage zusätzlich. Vorerst werden nur ein Bruchteil der Behörden die Elektroschocker weiter nutzen.