05 June 2026, 19:14

Olympia-Bewerbung: Deutschland zögert zwischen Begeisterung und Widerstand

Berlin und Olympia

Olympia-Bewerbung: Deutschland zögert zwischen Begeisterung und Widerstand

Deutschland erwägt eine Bewerbung um die Austragung der Olympischen Spiele, doch die öffentliche Unterstützung bleibt gespalten. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) wird bis zum 26. September über den Vorschlag entscheiden. Gleichzeitig stoßen Städte wie Berlin und Hamburg auf politischen und öffentlichen Widerstand gegen die Ausrichtung des Großereignisses.

2015 hatten die Hamburger Bürger eine Olympische Bewerbung mit 51,6 Prozent der Stimmen abgelehnt. Nach den aktuellen Referendumsregeln der Stadt ist nun eine Zweidrittelmehrheit im Landesparlament erforderlich, bevor eine solche Frage überhaupt den Wählern vorgelegt werden darf. Aktuelle Umfragen zeigen eine gespaltene Meinung, sodass Hamburgs Position ungewiss bleibt.

München und Nordrhein-Westfalen hingegen signalisieren starke Zustimmung: Rund zwei Drittel der Befragten unterstützen eine Bewerbung. In Berlin jedoch wächst der Widerstand. Die Initiative „NoOlympia“, getragen von Grünen und Linken, sammelt derzeit Unterschriften, um ein Referendum zu erzwingen. Sollte dies gelingen, könnte eine Abstimmung aufgrund rechtlicher Fristen frühestens 2027 stattfinden.

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner und der Sportmanager Kaweh Niroomand treiben die Bewerbung zwar voran, weisen Bedenken wegen eines möglichen Referendums jedoch zurück. Wegner schlug sogar eine Volksabstimmung vor – Kritiker halten diesen Zeitpunkt jedoch für zu spät. Ohne breitere politische Einigung bleibt das Vorhaben in Berlin riskant.

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Die Entscheidung des DOSB Ende dieses Monats wird über die nächsten Schritte Deutschlands entscheiden. Selbst wenn Berlin als Bewerberstadt ausgewählt wird, könnte die Bewerbung noch in einem späteren Referendum scheitern. Bis dahin bleibt die Debatte zwischen Befürwortern und Gegnern der Spiele offen.

Quelle