Pistorius lehnt Rückkehr zur Wehrpflicht ab – trotz Milliardenkosten und Personalmangel
Hans-Werner HövelPistorius lehnt Rückkehr zur Wehrpflicht ab – trotz Milliardenkosten und Personalmangel
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht ausgeschlossen. Als Hauptgründe nannte er den Mangel an Ausbildern und die unzureichende Infrastruktur. Stattdessen setzt die Regierung weiterhin auf die freiwillige Rekrutierung von Soldaten.
Interne Prüfungen ergaben kürzlich, dass das Fregatten-Projekt F126 mehr als 18 Milliarden Euro kosten wird. Trotz steigender Ausgaben und Personalengpässen sieht der Minister keinen Bedarf für eine Rückkehr zur allgemeinen Wehrpflicht. Auch eine selektive Musterung nach Bedarf steht derzeit nicht zur Debatte.
Pistorius betonte die wachsende Bedeutung von Technologie in der modernen Verteidigung. Militärische Stärke hänge heute von hochentwickelten Systemen und dem großflächigen Einsatz kostengünstiger Drohnen ab, so der Minister. Zudem forderte er eine bessere Nutzung des Know-hows der Automobilindustrie, um die Rüstungsbranche zu unterstützen.
Ein neuer Runden Tisch soll die Zusammenarbeit zwischen den Sektoren verbessern. Sein Ziel ist es, sichere und widerstandsfähige Lieferketten zu gewährleisten. Die Koalition hat vereinbart, korrigierende Maßnahmen zu ergreifen, falls künftig mehr Stellen als qualifizierte Bewerber zur Verfügung stehen.
Die Freiwilligkeit bleibt auch in den kommenden Jahren die Grundlage der Truppenrekrutierung. Die Regierung wird die Entwicklungen genau beobachten und die Politik nur bei Bedarf anpassen. Eine Dienstpflicht ist vorerst nicht vorgesehen.
