POL-HL: HL-OHKriminalpolizei warnt: Vorsicht bei Investitionen auf Handelsplattformen im Internet
George BenthinPOL-HL: HL-OHKriminalpolizei warnt: Vorsicht bei Investitionen auf Handelsplattformen im Internet
POL-HL: Kriminalpolizei warnt: Vorsicht bei Geldanlagen auf Online-Handelsplattformen
Polizeidirektion Lübeck – Lübeck – Seit Beginn des Jahres 2024 hat das Kommissariat 3 der Lübecker Polizei über 100 Fälle von Anlagebetrug registriert. Kriminelle locken Privatpersonen mit Versprechen hoher Renditen auf gefälschte Handelsplattformen. Die Opfer haben dabei Beträge zwischen 5.000 Euro und weit über 100.000 Euro verloren.
Unterdessen hat eine europaweite Ermittlungsaktion ein separates, aber verwandtes kriminelles Netzwerk zerschlagen. Am 9. Dezember koordinierte Eurojust Razzien in der Ukraine, bei denen 12 Festnahmen erfolgten und 10 Millionen Euro sichergestellt wurden, die durch betrügerische Anrufe unter Vortäuschung falscher Polizeibeamter und Bankmitarbeiter erbeutet worden waren.
Die Betrüger nehmen zunächst über E-Mails, Social-Media-Werbung oder private Nachrichten Kontakt zu potenziellen Anlegern auf. Sie geben sich als Finanzexperten aus und behaupten, Zugang zu seriösen Handelsplattformen zu bieten. Sobald ein Opfer Interesse zeigt, leiten die Kriminellen es an, ein Konto einzurichten und eine erste Zahlung – oft in Kryptowährung – zu leisten.
In vielen Fällen nutzen sie Fernwartungssoftware, um bei der Überweisung zu „helfen“. Den Opfern wird anschließend eine gefälschte Handelsaktivität auf einer manipulierten Plattform vorgegaukelt, inklusive gefälschter Gewinnberichte. Dadurch werden sie dazu verleitet, noch höhere Summen zu investieren. Wenn die Geschädigten versuchen, ihre angeblichen Gewinne abzuziehen, werden sie aufgefordert, zusätzliche Steuern, Gebühren oder Versicherungskosten zu zahlen – was zu weiteren Verlusten führt. Tatsächlich findet kein echter Handel statt; das gesamte Geld fließt direkt an die Betrüger.
Das Problem beschränkt sich nicht auf Lübeck: Am 9. Dezember leitete Eurojust eine Großrazzia gegen ein kriminelles Netzwerk ein, das Callcenter in der Ukraine betrieb. In Kiew, Dnipro und Iwano-Frankiwsk wurden 12 Verdächtige festgenommen. Die Gruppe, zu der auch Mitglieder aus Tschechien, Lettland und Litauen gehörten, hatte durch betrügerische Anrufe – bei denen sie sich als Polizisten oder Bankangestellte ausgaben – mehr als 10 Millionen Euro erbeutet.
Die Polizei warnt davor, unaufgeforderte Anlageangebote zu vertrauen, insbesondere wenn diese per Telefon, E-Mail oder Messengerdiensten erfolgen. Die Ermittlungen zu den Lübecker Fällen sowie zum europäischen Netzwerk laufen weiter. Betroffene werden aufgefordert, verdächtige Aktivitäten umgehend zu melden, um weitere finanzielle Schäden zu verhindern.