POL-SH: Tag des offenen Erbes - Gedenkstätte in der Bezirkskriminalinspektion Kiel zu besuchen
Hildegund LachmannPOL-SH: Tag des offenen Erbes - Gedenkstätte in der Bezirkskriminalinspektion Kiel zu besuchen
Tag des offenen Denkmals: Gedenkstätte in der Kieler Kriminalinspektion für Besucher geöffnet
Kiel – Am 14. September 2025 findet bundesweit der „Tag des offenen Denkmals“ statt. In Kiel öffnet an diesem Tag eine historische Polizeigedenkstätte mit neuem Konzept ihre Türen für die Öffentlichkeit. Die 1954 errichtete Anlage, die ursprünglich den im Ersten und Zweiten Weltkrieg gefallenen Beamten gewidmet war, wurde nach neuen Forschungserkenntnissen zu ihren Verbindungen in die NS-Zeit überarbeitet. Die aktualisierte Ausstellung setzt sich nun mit den Themen Verantwortung, Demokratie und Menschenrechte in der Polizeiarbeit auseinander.
Die Gedenkstätte in der Kieler Kriminalpolizeidirektion in der Blumenstraße wurde vor über 70 Jahren eingerichtet. 2023 begann das Künstlerkollektiv Klasse Klima gemeinsam mit der Stadt Kiel und dem Landesamt für Denkmalpflege Schleswig-Holstein mit der Neukonzeption des Ortes. Den Anstoß dazu gab eine Untersuchung der Regionalgeschichtlichen Abteilung der Universität Kiel aus dem Jahr 2024, die die Verstrickung der Polizei in NS-Verbrechen aufdeckte.
Die überarbeitete Ausstellung thematisiert nun auch schwierige Aspekte wie die Entnazifizierung nach 1945, berufliche Ethik und die Rolle der Polizei bei der Bewahrung demokratischer Werte. Am 14. September 2025 wird die Gedenkstätte offiziell im Rahmen des Tags des offenen Denkmals wiedereröffnet. Um 13:00 Uhr findet eine Eröffnungsfeier statt, gefolgt von Führungen um 15:00 Uhr und 16:00 Uhr. Sowohl Bürgerinnen und Bürger als auch Journalisten sind willkommen, eine Anmeldung ist jedoch erforderlich. Interessierte müssen sich bis zum 10. September 2025 registrieren, Medienvertreter benötigen eine separate Akkreditierung.
Die Polizei Schleswig-Holstein betont, dass die Gedenkstätte künftig als Ort der Reflexion und des Lernens dienen soll – ein Zeichen für ihr Bekenntnis zu modernen demokratischen Grundsätzen. Die neu gestaltete Ausstellung bietet einen klaren Blick auf die Polizeigeschichte, einschließlich der NS-Vergangenheit, und regt zu Diskussionen über Ethik und Menschenrechte an. Das Projekt steht für mehr Transparenz im Umgang der Behörden mit dem eigenen Erbe.