Pro Bahn bewertet neue eezy-Tarife: Fortschritte mit gravierenden Lücken
George BenthinPro Bahn bewertet neue eezy-Tarife: Fortschritte mit gravierenden Lücken
Pro Bahn analysiert aktuelle Tarifänderungen im VRR und im Verkehrsverbund Rheinland – Lob und Kritik an eezy-Elektroniktarifen
Die Fahrgastvereinigung Pro Bahn hat die jüngsten Tarifanpassungen im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und im Verbundgebiet Rheinland unter die Lupe genommen. Die Interessenvertretung sieht in den neuen eezy-Elektroniktarifen zwar Fortschritte, benennt aber auch anhaltende Schwachstellen. Zwar wurden einige Vereinfachungen begrüßt, doch bleiben gravierende Mängel bestehen.
Geprüft wurden die Preismodelle für Gelegenheitsfahrer, Familien sowie für Kinder, die allein unterwegs sind. Gelobt wurde die günstige Gestaltung der Tageskarten im VRR sowie die monatliche Preisobergrenze in beiden Verbünden. Auch die Einzelkinder-Tarife im VRR wurden als fair bewertet.
Doch die Fahrgastvertretung kritisiert erhebliche Defizite: Weder im VRR noch im Rheinland gibt es spezielle Tageskarten für Kinder, die ohne Begleitung Erwachsener reisen. Zudem fehlt bei eezy in mehreren Tarifstufen eine tägliche Preisdeckelung – digitale Tickets können so teurer werden als klassische 24-Stunden-Karten.
Tarifexperte Jörg Bruchertseifer warnte, dass solche Inkonsistenzen das Vertrauen in digitale Angebote untergraben könnten. Zudem führe die Tarifsegmentierung auf bestimmten Strecken zu kostentechnischen Vorteilen, was unnötige Komplexität schaffe. Pro Bahn kommt zu dem Schluss, dass digitale Tickets nicht immer die günstigste Wahl für den Alltagsverkehr darstellen.
Die Analyse zeigt: Die Tarifreform bringt gemischte Ergebnisse. Zwar gelten einzelne Preiselemente als fair und praxistauglich, doch Lücken bei Kindertarifen und fehlende Tagespreisbremse bei eezy bergen die Gefahr, Fahrgäste zu verunsichern. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass weitere Nachbesserungen nötig sind, um Klarheit und Kundenfreundlichkeit zu gewährleisten.
