"Reclaim the Night" in Berlin-Kreuzberg: Proteste enden mit Ausschreitungen und Festnahme
George Benthin"Reclaim the Night" in Berlin-Kreuzberg: Proteste enden mit Ausschreitungen und Festnahme
Mehr als 2.000 Menschen zogen am Vorabend des 1. Mai durch die Straßen von Berlin-Kreuzberg zur jährlichen Frauendemonstration. Die unter dem Motto "Reclaim the Night" stehende Veranstaltung lockte nach Polizeischätzungen etwa 2.600 Teilnehmerinnen an. Die Demonstrierenden forderten Maßnahmen gegen Rassismus, Queerfeindlichkeit und Frauenhass im öffentlichen Raum.
Der Marsch startete am Kottbusser Damm und führte in Richtung Köpenicker Straße. Von Beginn an war die Stimmung angespannt: Es wurden Feuerwerkskörper gezündet und Gegenstände auf Beamte geworfen. Die Veranstalter beendeten die Kundgebung schließlich rund zehn Minuten früher als geplant.
Die Polizei meldete vier Fälle von Sachbeschädigung, darunter an Privatfahrzeugen und Polizeifahrzeugen. Eine Person wurde wegen Beleidigung eines Beamten festgenommen. Die massive Polizeipräsenz – rund 1.800 Einsatzkräfte waren in der Stadt im Einsatz – spiegelte die Sorge vor möglichen Ausschreitungen während der Demonstration und in der Walpurgisnacht wider.
Vor der Veranstaltung hatten Teilnehmerinnen erklärt, sie würden Belästigungen auf der Straße nicht länger hinnehmen. Sie kündigten an, die Strukturen infrage zu stellen, die solches Verhalten ihrer Meinung nach ermöglichen, und betonten, sie würden sich nicht mehr anpassen, sondern ihr Recht auf Sicherheit zurückerobern.
Die Demonstration endete früher als vorgesehen, allerdings nicht ohne Zwischenfälle. Die Polizei ermittelt weiterhin zu den Schäden und beobachtet die Lage. Die Veranstaltung unterstrich die anhaltenden Spannungen zwischen Aktivistinnen und Behörden in Berlin.






