Rheinmetall verkauft zivile Power-Systems-Sparte für 350 Millionen Euro an AEQUITA
Hans-Werner HövelRheinmetall verkauft zivile Power-Systems-Sparte für 350 Millionen Euro an AEQUITA
Rheinmetall verkauft zivile Power-Systems-Sparte für vorläufig 350 Millionen Euro an Investmentfirma AEQUITA
Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat sich mit der Investmentgesellschaft AEQUITA auf den Verkauf seiner zivilen Power-Systems-Sparte für vorläufig 350 Millionen Euro geeinigt. Die Transaktion markiert eine bedeutende strategische Weichenstellung des Unternehmens, das sich zunehmend auf die Produktion militärischer Ausrüstung konzentriert. Beide Seiten bezeichneten den Deal als Schlüsselmoment für ihre jeweiligen Unternehmensstrategien.
Der Verkauf erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Rheinmetall seine Neuausrichtung beschleunigt – ausgelöst durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Das Unternehmen priorisiert nun die Rüstungsproduktion gegenüber seinen traditionellen Geschäftsbereichen in der Automobil- und Industriezulieferung. Rheinmetall-Chef Armin Papperger nannte die Vereinbarung einen „historischen Meilenstein“ für das Unternehmen.
Die verkaufte Sparte umfasst bekannte Marken wie Pierburg, Kolbenschmidt und Motorservice. Im vergangenen Jahr erzielte sie einen Umsatz von rund zwei Milliarden Euro und beschäftigte etwa 6.250 Mitarbeiter. AEQUITA sicherte zu, dass alle Arbeitsplätze erhalten bleiben und die Geschäfte unter den bestehenden Markennamen weitergeführt werden.
Nicht alle Vermögenswerte wechseln jedoch den Besitzer: Drei deutsche Standorte des Joint Ventures KS Huayu AluTech verbleiben bei Rheinmetall. Gleichzeitig wird Dermalog SensorTec in die Sparte Weapon and Ammunition (Waffen und Munition) integriert, wobei der Standort in Neuss weiterbetrieben wird. Das spanische Werk in Abadiano, das derzeit von Pierburg S.A. geführt wird, soll schrittweise auf ein Hybridmodell umgestellt werden, bevor es vollständig auf die militärische Produktion umsteigt.
Axel Geuer, Vorstandsvorsitzender und Co-CEO von AEQUITA, erklärte, die Übernahme werde den Umsatz des Unternehmens im Automobilsegment auf nahezu fünf Milliarden Euro steigern. Der Deal steht noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Genehmigung und finaler Kaufpreisanpassungen; der Abschluss wird für das vierte Quartal 2026 erwartet.
Die Transaktion unterstreicht Rheinmetalls Fokus auf die Rüstungsindustrie, während AEQUITA sein Portfolio im Automobilsektor ausbaut. Nach der Finalisierung soll die Sparte eigenständig unter den bisherigen Marken weitergeführt werden. Gleichzeitig sichert der Deal Tausende Arbeitsplätze an mehreren europäischen Standorten.







