Ricarda Langs Karnevalsspitzen gegen Söder entfachen neue CSU-Grüne-Fehde
Birgitt OttoRicarda Lang nimmt Söder auf den Arm: "Nürnberger Würstchen" - Ricarda Langs Karnevalsspitzen gegen Söder entfachen neue CSU-Grüne-Fehde
Eine Karnevalsrede von Ricarda Lang hat eine politische Kontroverse um eine umstrittene Äußerung von Markus Söder neu entfacht. Die Co-Vorsitzende der Grünen griff den bayerischen Ministerpräsidenten bei einer Preisverleihung in Aachen scharf an. Ihre Witze zielten auf Söders Körpergröße, seinen Führungsstil und eine frühere Bemerkung gegenüber einer Kollegin ab.
Der Streit hatte begonnen, als Söder der Bundesforschungsministerin Dorothee Bär sagte: "Von Ihnen erwarten wir nicht viel, aber wir würden uns freuen, wenn viel Geld nach Bayern fließen würde, liebe Doro." Die Aussage löste Kritik aus, da viele sie als herablassend oder bevormundend empfanden. Bär selbst spielte die Aufregung jedoch herunter und betonte, Söder habe sich mehrfach entschuldigt – sie gehe davon aus, dass er es nicht böse gemeint habe.
Bei der diesjährigen Verleihung des "Ordens gegen den tierischen Ernst" in Aachen nutzte Ricarda Lang ihre Rede, um Söder wegen seiner Statur und seines Temperaments auf die Schippe zu nehmen. Sie nannte ihn einen "Nürnberger Rostbratwurst mit Troll-Lizenz" und unterstellte ihm, an einem "Napoleon-Komplex" zu leiden. Satirische Reden sind bei dieser Veranstaltung Tradition, doch Langs Spitzen waren besonders scharf.
Bär, die bei derselben Feier als "Ritterin des Ordens" geehrt wurde, vermied es, die Auseinandersetzung weiter anzuheizen. Sie wiederholte, dass Söders ursprüngliche Bemerkung intern geklärt sei. Bisher hat sich Söder selbst nicht öffentlich zu Langs Angriffen geäußert.
Der Schlagabtausch unterstreicht die anhaltenden Spannungen zwischen den Grünen und der bayerischen CSU. Während Bär die Angelegenheit für sich abgeschlossen hat, sorgt Langs Karnevalsrede dafür, dass die Debatte weiter im Rampenlicht bleibt. Da Söder bisher keine direkte Antwort gab, bleibt – zumindest vorerst – seinen Kritikern das letzte Wort.