18 June 2026, 12:21

"Ringel, Ringel, Reihe": Warum das Kinderlied keine Pest-Legende ist

Die wahre Geschichte hinter dem klassischen Kinder-Märchen 'Ring Around The Rosie'

"Ringel, Ringel, Reihe": Warum das Kinderlied keine Pest-Legende ist

„Ringel, Ringel, Reihe“ – ein harmloses Kinderlied mit dunkler Legende?

Das Kinderreimchen „Ringel, Ringel, Reihe“ wird seit langem von Historikern und Musikliebhabern diskutiert. Viele glauben, es beziehe sich auf die Große Pest von London oder den Schwarzen Tod. Doch seine wahren Ursprünge scheinen weitaus einfacher und weniger düster zu sein.

Erstmals schriftlich belegt wurde der Reim im Englischen erst 1881 – ein spätes Datum, das Zweifel an der angeblichen Verbindung zu mittelalterlichen Seuchen aufkommen lässt. Der Bezug zu Krankheiten wurde überhaupt erst 1961 hergestellt, Jahrzehnte nach seiner Veröffentlichung.

Forschungen deuten darauf hin, dass der Reim als Kinderspiel und Singkreis im Deutschland des 18. Jahrhunderts entstand. Er gehörte zu sogenannten „play parties“, bei denen Jugendliche ohne Instrumente tanzten. Die Texte wurden oft abgewandelt, und viele Versionen enthielten überhaupt keine makabren Anspielungen.

Ähnlich wie bei einigen Liedern der Beatles wurden die Worte später auf versteckte Bedeutungen hin analysiert. Doch Fachleute sind sich einig: Wahrscheinlich handelte es sich einfach um ein fröhliches Spiel für singende und tanzende Kinder.

Die plausibelste Erklärung lautet, dass „Ringel, Ringel, Reihe“ von Anfang an ein unbeschwerter Reim war – ohne geheime Bezüge zu historischen Tragödien. Seine anhaltende Beliebtheit gründet auf seiner Einfachheit und Heiterkeit, nicht auf düsteren Deutungen.

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