Sachsen-Anhalt prüft Offshore-Steuerhinterziehung nach NRW-Datenleak
Hans-Werner HövelGroßes Datenset zu Steueroasen - Ist Sachsen-Anhalt betroffen? - Sachsen-Anhalt prüft Offshore-Steuerhinterziehung nach NRW-Datenleak
Sachsen-Anhalt prüft mögliche Verbindungen zu Offshore-Steuerhinterziehung, nachdem das Land umfangreiche Nachrichten aus Nordrhein-Westfalen (NRW) erhalten hat. Die Informationen, die von den NRW-Behörden beschafft wurden, enthüllen deutsche Investitionen in Steueroasen und wurden nun mit mehreren Bundesländern geteilt.
Am 11. Dezember 2025 gab das Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität (LBF) in NRW bekannt, die Daten von einem Informanten erhalten zu haben. Die Dateien, die ein Volumen von über einem Terabyte umfassen, dokumentieren weitverbreitete Steuerhinterziehung unter Beteiligung deutscher Privatpersonen und Unternehmen mit Offshore-Vermögen.
NRW wertet die Informationen derzeit aus, bevor sie an andere Regionen – darunter Sachsen-Anhalt – weitergeleitet werden. Für Sachsen-Anhalt handelt es sich um den ersten Fall, in dem das Land derartige Daten eigenständig erhält, da es bisher keine vergleichbaren Datensätze selbst erworben hat. Bisher kann das Bundesland nicht bestätigen, ob und in welchem Umfang eigene Bürger betroffen sind. Aktuell werden die Unterlagen gesichtet, um mögliche lokale Bezüge zu den Offshore-Konstrukten zu identifizieren.
Der Datensatz umfasst Fälle aus ganz Deutschland und dem Ausland und bietet einen detaillierten Einblick in Steuervermeidung über Auslandsconten. Sachsen-Anhalts Überprüfung soll klären, ob Einwohner des Landes involviert sind, während NRW weiterhin die Verteilung der Erkenntnisse an andere Bundesländer koordiniert.