Schleswig-Holstein eröffnet erste Wasserstoff-Tankstelle in Kiel
Hans-Werner HövelSchleswig-Holstein eröffnet erste Wasserstoff-Tankstelle in Kiel
Schleswig-Holstein eröffnet erste Wasserstofftankstelle in Kiel
Teaser: Ministerpräsident Daniel Günther hat die Anlage HY.Kiel eingeweiht – eine Kombination aus Wasserstofftankstelle und Elektrolysewerk.
Artikel: In Kiel ist die erste öffentliche Wasserstofftankstelle in Betrieb gegangen – ein wichtiger Schritt für die grüne Mobilität in der Region. Das Projekt HY.Kiel, das von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und Industriepartnern getragen wird, wurde nach sechs Jahren Planung und Bau offiziell eröffnet. Ministerpräsident Daniel Günther betonte bei der Einweihung die Bedeutung der Anlage für die Emissionsreduktion und den Ausbau sauberer Energiealternativen.
Das Vorhaben entstand in Zusammenarbeit zwischen der CAU, der ADDIX GmbH und GP Joule, die bereits das eFarm-Projekt in Nordfriesland initiiert hatten. Unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Sven Tomforde (CAU) und Björn Schwarze (ADDIX GmbH) wurde die Anlage entwickelt, während die Geschäftsführer von GP Joule – Axel Niesing, Dr. Thorben Hänel-Muhs und André Steinau – das Projekt vorantrieben. Mit einer Förderung von 5,5 Millionen Euro durch das Bundesverkehrsministerium konnte das Vorhaben realisiert werden.
Die Tankstelle verfügt über einen 2-Megawatt-Elektrolyseur, der jährlich bis zu 180 Tonnen grünen Wasserstoff erzeugen kann. Sie unterstützt sowohl 350-bar- als auch 700-bar-Betankung und ist damit für verschiedene Fahrzeugtypen geeignet. Bei voller Auslastung kann die Anlage bis zu 20 Wasserstoff-Lkw, 5 Busse und 10 Pkw versorgen und so jährlich rund 2.000 Tonnen CO₂ einsparen. Der lokale Verkehrsbetrieb Autokraft wird demnächst zwei Brennstoffzellenbusse für Linien im Kreis Rendsburg-Eckernförde einsetzen, die an der neuen Tankstelle betankt werden – ein weiterer Schritt zur Abkehr vom Diesel im ÖPNV.
Die HY.Kiel-Anlage ist nun betriebsbereit und bietet eine zuverlässige Wasserstoffversorgung für Busse, Lkw und Pkw. Mit dem Potenzial, tausende Tonnen CO₂ pro Jahr einzusparen, setzt das Projekt ein konkretes Beispiel für eine nachhaltige Verkehrsinfrastruktur. Der Erfolg der Tankstelle könnte ähnliche Initiativen in der Region anstoßen.