11 February 2026, 09:13

Schleswig-Holstein in der Kritik: 800 Millionen Euro Überschuss – doch warum neue Kredite?

Ein Plakat mit einem schmalen schwarzen Rand und zentralem Text, der in fetter, schwarzer Schrift auf einem weißen Hintergrund steht: "Maganomics: Ein Wirtschaftsplan, der drei Dinge tut: Senkt Steuern sogar für Wohlhabende und große Unternehmen"

Midyatli wirft Schwarz-Grün vor, Haushaltspolitik inszeniert zu haben - Schleswig-Holstein in der Kritik: 800 Millionen Euro Überschuss – doch warum neue Kredite?

Die Landesregierung von Schleswig-Holstein steht wegen ihres Umgangs mit unerwarteten Steuereinnahmen im Jahr 2025 in der scharfen Kritik. Zwar nutzte die Regierung die zusätzlichen Mittel, um alte Schulden abzubauen und Kredite zurückzuzahlen, doch wirft die Oppositionsführerin Serpil Midyatlı der Koalition vor, die eigenen finanziellen Spielräume bewusst heruntergespielt zu haben. Ihrer Ansicht nach verfügte das Land über weitaus mehr Geld, als offiziell zugegeben – trotzdem wurden neue Gebühren eingeführt und für Projekte wie die Northvolt-Batteriefabrik weitere Kredite aufgenommen.

Tatsächlich fielen die Steuereinnahmen deutlich höher aus als prognostiziert, wodurch sich eine Lücke von 800 Millionen Euro zwischen dem aktuellen Haushalt und den früheren Schätzungen ergab. Statt neue Kredite aufzunehmen, beglich die Landesregierung jedoch 107 Millionen Euro an alten Verbindlichkeiten und tilgte 41 Millionen Euro eines Notkredits. Zudem strich sie geplante Wirtschaftsförderkredite in Höhe von 367 Millionen Euro.

Midyatlı wirft der Regierung vor, eine finanzielle Krise nur vorgetäuscht zu haben, um als haushaltspolitisch verantwortungsbewusst dazustehen. Sie betont, die Koalition hätte auf neue Verwaltungsgebühren im Hochschulbereich verzichten und stattdessen in soziale Prioritäten wie bezahlbaren Wohnraum investieren können. Besonders kritisiert sie die Aufnahme von 125 Millionen Euro neuer Schulden für Projekte wie die Northvolt-Fabrik – trotz des Überschusses.

Die Oppositionsführerin unterstellt der Regierung, soziale Gerechtigkeit zugunsten politischer Kalküle geopfert zu haben. Indem die wahre Höhe der Mehreinnahmen verschwiegen worden sei, habe der Finanzminister ein düstereres Haushaltsbild zeichnen können – während im Stillen Schulden abgebaut statt öffentliche Leistungen finanziert wurden.

Zwar tilgte das Land 107 Millionen Euro an Altlasten und verzichtete auf neue Förderkredite, doch die Opposition besteht darauf, dass das Geld anders hätte eingesetzt werden müssen. Da keine konkreten öffentlichen Vorhaben mit den 800 Millionen Euro verbunden sind, bleiben Midyatlıs Vorwürfe einer taktischen Haushaltspolitik unbeantwortet. Die nächsten finanziellen Schritte der Regierung werden voraussichtlich auf weitere kritische Prüfung stoßen.