28 January 2026, 13:02

Schleswig-Holstein stärkt jüdisches Leben mit Zehn-Punkte-Plan gegen Antisemitismus

Ein historisches Dokument aus dem Jahr 1797 mit einer detaillierten Zeichnung der Schleswig-Holstein-Schule in Delmar, Deutschland, mit einem roten Dach, weißen Wänden und Text, der die Geschichte der Schule beschreibt, unterzeichnet von der Schule.

Stenke fordert klare Haltung gegen Antisemitismus - Schleswig-Holstein stärkt jüdisches Leben mit Zehn-Punkte-Plan gegen Antisemitismus

Die Landesregierung Schleswig-Holsteins hat mit der schrittweisen Umsetzung ihres Zehn-Punkte-Plans zur Förderung jüdischen Lebens und zur Bekämpfung von Antisemitismus begonnen. Die 2023 gestartete Initiative umfasst Fördermittel für Gemeinschaftszentren, Schulprogramme sowie Sicherheitsaufrüstungen. Kritiker monieren jedoch, dass einige Maßnahmen nach wie vor unzureichend seien.

Bildungsministerin Dorit Stenke betonte kürzlich Fortschritte bei der Umsetzung des Plans, der unter anderem zwei Millionen Euro für die Sanierung von Synagogen in Kiel und Lübeck vorsieht. Seit 2022 wurden die Sicherheitsvorkehrungen an jüdischen Einrichtungen verstärkt, während an Schulen jüdische Geschichte fest im Lehrplan verankert wurde. Weitere Schritte wie die Ausweitung kultureller Festivals und die Schaffung eines Netzwerks für jüdisches Erbe sollen bis 2027 folgen – mit jährlich 1,5 Millionen Euro, die dafür bereitstehen.

Wie Stenke mitteilte, stoßen Fortbildungen für Lehrkräfte zu Antisemitismus und jüdischer Geschichte auf große Nachfrage. Schulen sind zudem verpflichtet, Präventionsstrategien zu entwickeln und offene Diskussionen zu fördern. Dennoch kritisierte SPD-Sprecher Martin Habersaat die Umsetzung des Plans und verwies auf gekürzte Schulstunden, die dessen Wirkung einschränken könnten.

Die Landesregierung arbeitet derzeit an einem umfassenderen Aktionsplan gegen Antisemitismus. Stenke verurteilte jüngste Vandalenakte an jüdischen Stätten und forderte eine konsequentere Verfolgung von Hasskriminalität. Die SSW-Abgeordnete Jette Waldinger-Thiering mahnte eine nachhaltige Finanzierung an, während die FDP-Politikerin Anne Riecke den Schutz jüdischer Studierender betonte – angesichts steigender antisemitischer Vorfälle an Hochschulen und im öffentlichen Raum.

Die schrittweise Einführung des Zehn-Punkte-Plans schreitet voran: Sicherheitsaufrüstungen und Schulprogramme sind bereits umgesetzt. Geplant sind zudem kulturelle Veranstaltungen und ein Erbe-Netzwerk, gestützt durch jährliche Mittel. Die Verantwortlichen versichern, die Maßnahmen würden das jüdische Leben stärken und Hass entgegenwirken – doch bleiben Herausforderungen für einen langfristigen Erfolg.