Seltene Wagner-Schätze: 500 Exponate mit persönlichen Briefen und Fluchtkoffer entdeckt
Hans-Werner HövelRichard Wagners Koffer kehrt nach Sachsen zurück - Seltene Wagner-Schätze: 500 Exponate mit persönlichen Briefen und Fluchtkoffer entdeckt
Eine seltene Sammlung von über 500 Exponaten mit Bezug zum Komponisten Richard Wagner wurde von den Richard-Wagner-Stätten Graupa erworben. Die Stücke, darunter persönliche Briefe und musikalische Handschriften, wurden am Freitag in Anwesenheit von Wagners Urenkelin Dagny Beidler offiziell übergeben.
Die Sammlung wird vom 15. April bis 15. Mai 2026 im Lohengrin-Haus ausgestellt und bietet Einblicke in das Leben und Werk des Komponisten.
Zu den neu erworbenen Objekten zählen fünf originale, handschriftliche Briefe Wagners sowie die erste gedruckte Klavierfassung seiner Oper Rienzi. Zahlreiche Erstausgaben und ein Reisekoffer – vermutlich genutzt, als er 1849 von Dresden nach Zürich floh – gehören ebenfalls zur Sammlung.
Graupa spielt eine besondere Rolle in Wagners Schaffen. 1842 verbrachte er dort drei Monate, von Ende Juni bis Anfang Oktober, und komponierte vor allem den zweiten und dritten Akt des Lohengrin sowie eine Überarbeitung des Rienzi. Bei einem erneuten Aufenthalt 1846 entwarf er während seines Sommeraufenthalts auf dem Gut Schäfersche erste musikalische Skizzen für dieselbe Oper.
Die Richard-Wagner-Stätten Graupa, die als ältestes Museum der Welt in einem ehemaligen Wohnsitz des Komponisten gelten, werden diese Stücke präsentieren. In der Nähe beherbergt das Graupauer Jagdschlösschen bereits eine Dauerausstellung zu Wagners Leben und Vermächtnis.
Die Ausstellung läuft einen Monat und gibt Besuchern Zugang zu seltenen Dokumenten und persönlichen Habseligkeiten. Zu den Highlights zählen Wagners Briefe und der Koffer, der mit seiner Flucht ins Exil verbunden ist. Die Sammlung bereichert den Museumsbestand und festigt Graupas Bedeutung für die Bewahrung des musikalischen Erbes des Komponisten.