02 February 2026, 08:32

Söder fordert mehr Arbeitsstunden – und stößt auf SPD-Widerstand bei Rentenplänen

Ein detaillierter Stadtplan von Wageningen, Deutschland, der Straßen, Gebäude und Sehenswürdigkeiten zeigt, mit begleitendem Text, der zusätzliche Informationen bietet.

SPD-Sozialexpertin: Söders Aussagen zu Mehrarbeit 'abwegig' - Söder fordert mehr Arbeitsstunden – und stößt auf SPD-Widerstand bei Rentenplänen

In Deutschland ist eine neue Debatte über Arbeitszeiten und Rentenregeln entbrannt. Markus Söder, Vorsitzender der CSU, schlug vor, dass Arbeitnehmer wöchentlich eine zusätzliche Stunde arbeiten sollten, um das Wirtschaftswachstum zu stärken. Sein Vorschlag umfasste zudem die schrittweise Abschaffung der Frühverrentung mit 63 – bekannt als Rente mit 63 – und löste damit umgehend Kritik der SPD aus.

Söders Initiative fällt in eine Phase, in der das Renteneintrittsalter in Deutschland weiter steigt. Seit 2012 wird die abschlagsfreie Altersrente für langjährig Versicherte schrittweise angehoben. Wer 1961 geboren wurde, kann derzeit erst mit 64 Jahren und sechs Monaten ohne Abzüge in Rente gehen, während der Jahrgang 1962 bis 64 Jahre und acht Monate warten muss. Ab 2027 wird das Eintrittsalter für alle ab Jahrgang 1964 bei 65 Jahren liegen. Parallel dazu soll das reguläre Renteneintrittsalter bis 2031 auf 67 Jahre steigen.

Aktuell können Arbeitnehmer zwar weiterhin mit 63 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen – allerdings nur, wenn sie 45 Beitragsjahre vorweisen. Wer 35 Jahre eingezahlt hat, muss bis zum regulären Renteneintrittsalter warten, das für den Jahrgang 1960 bei 66 Jahren und vier Monaten liegt. Die einzige Möglichkeit für einen vorzeitigen Rentenbeginn vor dem 64. Lebensjahr bleibt die Erwerbsminderungsrente, für die 40 Qualifikationsjahre erforderlich sind.

Annika Klose von der SPD wies Söders Pläne umgehend zurück. Sie betonte, dass deutsche Arbeitnehmer bereits hart arbeiteten und bei Bedarf oft Überstunden leisteten. Klose argumentierte, dass Arbeitszeitregelungen in die Hände von Gewerkschaften und Arbeitgebern gehören und nicht von Politikern festgelegt werden sollten. Zudem forderte sie, dass die Politik sich zunächst darauf konzentrieren solle, ältere Arbeitnehmer bis zum Renteneintritt im Beruf zu halten, bevor über längere Arbeitszeiten diskutiert werde.

Klose präzisierte außerdem, dass die aktuelle Debatte sich auf die Rente mit 65 und nicht mit 63 beziehe. Sie widersprach der Darstellung, dass die Frühverrentungsregeln das zentrale Problem seien, und verwies stattdessen auf grundlegendere Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt.

Der Konflikt verdeutlicht die anhaltenden Spannungen bei der Rentenreform und den Arbeitsbedingungen. Söders Forderung nach längeren Arbeitszeiten und strengeren Rentenregeln stößt auf Widerstand, während Kritiker stattdessen mehr Unterstützung für ältere Arbeitnehmer fordern. Zwar wird das Renteneintrittsalter weiter steigen, doch bleibt ungewiss, ob die Politik sich auf einen gemeinsamen Weg zur Bewältigung des Übergangs verständigen kann.