Söder fordert Tempo von der Ampel – und warnt vor Weimarer Parallelen
Hans-Werner HövelSöder fordert Tempo von der Ampel – und warnt vor Weimarer Parallelen
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat die Bundesregierung aufgefordert, ihre Entscheidungsprozesse deutlich zu beschleunigen. In einem Interview mit der Bild am Sonntag warnte der CSU-Vorsitzende, dass Verzögerungen die parlamentarische Demokratie schwächen könnten. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der die rechtspopulistische AfD in Umfragen weiter an Zuspruch gewinnt.
Söder kritisierte die Ampelkoalition scharf dafür, dass Debatten ohne klare Ergebnisse in die Länge gezogen würden. Das aktuelle Tempo bezeichnete er als inakzeptabel langsam, ohne jedoch einen vorzeitigen Zusammenbruch der Regierung zu fordern. Solche Spekulationen wies er als „Selbstmord aus Angst vor dem Tod“ zurück.
Gleichzeitig räumte er ein, dass externe Herausforderungen – etwa US-Zölle und die Spannungen mit dem Iran – den Druck erhöhten. Dennoch bekräftigte er seine Unterstützung für die Koalitionsziele von Bundeskanzler Friedrich Merz. Zwar gestand Söder ein, dass Merz’ bisherige Bilanz an Überzeugungskraft mangele, verteidigte den Kanzler aber gegen Vorwürfe, zu technokratisch zu regieren.
Der CSU-Chef zog sogar historische Vergleiche und warnte vor Risiken, wie sie bereits in der Weimarer Republik zu beobachten waren. Seine Aussagen spiegeln die wachsende Besorgnis über den Aufstieg der AfD und die Notwendigkeit entschlossenerer Politik wider.
Söders Appell zu schnellerem Handeln unterstreicht die Spannungen innerhalb der Koalition. Die Regierung steht nun vor der Aufgabe, Ergebnisse zu liefern – und das bei gleichzeitiger Bewältigung innerer und äußerer Krisen. Seine Warnungen verdeutlichen die Sorgen um die politische Stabilität, während die AfD weiter an Zustimmung gewinnt.






